Erstellt am 21. Januar 2014, 13:17

"Alleingang" von Klikovits. Nach der innerparteilichen Kritk des scheidenden burgenländischen ÖAAB-Landesobmannes Oswald Klikovits haben am Dienstag die Obmänner von sechs der sieben Bezirke - in Eisenstadt ist Klikovits selbst Chef - reagiert.

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Klikovits' Äußerungen stellten einen "bedauerlichen Alleingang" dar, hieß es in einer Aussendung. "Diese Vorgangsweise können wir weder unterstützen, noch heißen wir sie gut. Konstruktive Kritik und Veränderungswünsche sind wichtig und gehören zur Politik. Sie sollten aber nicht in dieser Form über die Medien ausgerichtet werden", erklärten die Bezirksobleute. "Wir bedauern diesen Schritt von Oswald Klikovits insbesondere, weil er kurz vor den Arbeiterkammerwahlen passiert - ein denkbar schlechter Zeitpunkt. Seinem ÖAAB-Team den Rücktritt im Zuge eines Rundumschlages über die Zeitungen auszurichten, das ist ein fragwürdiger Stil", stellten die Bezirksobmänner fest.

Klikovits fordert "nachhaltige Diskussion"

Klikovits hat am Dienstag vor Journalisten in Eisenstadt seinen Rücktritt als ÖAAB-Landesobmann bestätigt. Er wünsche sich innerparteilich "eine nachhaltige Diskussion", auch über die Position des Landesparteichefs. "Wenn der Nachfolger von (ÖVP-Landesparteiobmann, Anm.) Steindl Franz Steindl heißt, dann ist das mir auch Recht", sagte Klikovits.

Ihm sei schon im vergangenen Juni klar gewesen, dass er als burgenländischer Abgeordneter nicht mehr in den Nationalrat einziehen werde. Deshalb habe man gebeten, dass dies auf Bundesebene möglich sei. "Wir haben uns nicht durchsetzen können, alle miteinander nicht", resümierte Klikovits sein Ausscheiden aus dem Nationalrat. VP-Chef Steindl hätte als Landesparteiobmann "hier vielleicht noch mehr Stärke beweisen können".

NR-Wahlergebnis der ÖVP Burgenland war "wirklich gut"

ÖVP-Bundesparteiobmann Michael Spindelegger nehme er "wirklich krumm", dass dieser nach der Nationalratswahl nicht mitgeholfen habe, der ÖVP Burgenland das zuzusprechen, "was uns eigentlich nach dem Wahlergebnis zusteht." Die burgenländische ÖVP sei verglichen mit anderen Wahlergebnissen "wirklich gut" gewesen, meinte Klikovits. Seine Funktion als Stellvertreter des Landesparteiobmannes wolle er bis zum nächsten Parteitag behalten. Danach wolle er als "einfaches Parteimitglied" weiter der ÖVP angehören und für sie werben.

Wenn Parteiobmann Steindl sich nun selbst hinterfrage und eine Tour durchs Land mache, um mit Entscheidungsträgern zu sprechen, "ob er das weiter tun soll oder nicht", dann habe er das "nicht für klug empfunden, weil das nach außen hin vielleicht nicht als Stärke angesehen wird", sagte Klikovits.

Er habe kritisch angemerkt, "wenn man das schon tut, soll man sich überlegen, ob nachhaltig sozusagen eine Veränderung in der Österreichischen Volkspartei unter Umständen auch anzudenken ist." Das habe er öffentlich und in Gremien gesagt - "nicht mehr und nicht weniger."

"Volkspartei stärker spüren und leben"

Aus Anrufen habe er seit gestern herausgehört, dass bei vielen der Wunsch bestehe, "Volkspartei stärker zu spüren und zu leben", berichtete Klikovits. Das sei auch sein Verständnis. Er wolle in einer Koalition "verhandeln auf Augenhöhe, aber nicht, dass mir da einer die Hühneraugen zeigt und ich ihm dort hinschauen muss".

Er habe "nur eine Initialzündung" für eine innerparteiliche Diskussion gegeben, meinte der scheidende ÖAAB-Landesobmann. Die Reaktionen würden zeigen, dass der Wunsch richtig sei. Mut sei "ja ein bisschen unterentwickelt in dieser Partei". Aber vielleicht gebe es nun mehr, die Lust zur Diskussion bekämen.

Arbeiterkammerwahl: "Hat mit mir nichts zu tun"

Angesprochen auf die am 31. März beginnende Arbeiterkammerwahl, meinte Klikovits: "Die hat jetzt mit mir ja nichts zu tun." Er sei "weder als Spitzenkandidat dafür verantwortlich noch in der organisatorischen Maßnahme in erster Linie verantwortlich." Er habe alles getan, dass der AK-Wahlkampf finanziell, strukturell und organisatorisch auf einer Schiene sei: "Da rennt alles", sagte Klikovits. Er werde "auch helfen, wo es geht. Aber ich bin nicht Spitzenkandidat." Er sei nicht einmal mehr Kammermitglied, weil er es beruflich nicht sein könne. Er sei was die Wahl angeht, zuversichtlich: "Wir haben eine super Kandidatin, die haut sich ins Zeug."

Wer Klikovits an der ÖAAB-Spitze nachfolgt, soll nach seinen Worten kommende Woche feststehen. Bis dahin werde einer seiner Stellvertreter interimistisch die Geschäfte der Landesorganisation führen.