Erstellt am 25. Januar 2012, 12:02

Am Donnerstag weitere AUA-Proteste vorgesehen. Bei der AUA steuert alles auf eine Kollision zwischen Management und Belegschaft zu.

Es geht um einen Konzernumbau und ein Sparpaket, mit dem die AUA-Spitze das Überleben der österreichischen Fluggesellschaft im Lufthansa-Konzern sichern will. Bei Gagen, Dienstzeiten, Zuschlägen und teuren Pensionsregeln geht es ans Eingemachte. AUA-Bord-Betriebsratschef Karl Minhard fühlt sich "erpresst".

Einer ersten Betriebsversammlung des Bodenpersonals am vorigen Freitag folgt am Donnerstag eine des fliegenden Personals (Piloten, Flugbegleiterinnen) in Wien-Schwechat. Die Protestversammlung beginnt kurz nach 9 Uhr und dürfte eineinhalb Stunden dauern. In der Zeit sind wieder Beeinträchtigungen im Flugbetrieb abzusehen.

Anfang voriger Woche hat die AUA unter ihrem neuen Chef Jaan Albrecht den Arbeitnehmern einen Entwurf für eine Totalreform eines Kollektivvertrags zukommen lassen. Zwei Verhandlungstermine haben die Gewerkschafter wie zuvor angekündigt verstreichen lassen. Die AUA droht, die alten teuren Kollektivverträge in wenigen Wochen aufzukündigen. Die Gewerkschaft läuft Sturm, rüstet sich für einen größeren Arbeitskonflikt ab Ende Februar.

Für AUA-Management und Betriebsrat ist der 29. Februar ein Schlüsseltag. Zumindest da ist man sich einig. Albrecht will bis dahin im Aufsichtsrat über ein Verhandlungsergebnis berichten. Die Gewerkschaft wiederum wartet ab, ob die AUA zu diesem Stichtag (für die Auszahlung automatischer Inflationsabgeltungen für 2011) fällige Gelder überwiesen hat. Fehle auch nur ein Cent, würden Urabstimmungen für Streiks vorbereitet, ließ die Gewerkschaft vorweg wissen.

Am Wochenende hat die Lufthansa angekündigt, die Töchter (darunter die AUA) stärker zu zentralisieren: Bei Einkauf, Personalverwaltung, Controlling und IT und Wartung. Der Kranich-Konzern will zudem in allen Flugplänen der einzelnen Gesellschaften teure Dopplungen bei Verbindungen ausmisten. Details werden für 6. Februar erwartet.