Erstellt am 25. September 2012, 13:39

AMS glaubt nicht an Profiheer und Sozialjahr. Das Arbeitsmarktservice (AMS) ortet nur ein geringes Potenzial von Jugendlichen für ein freiwilliges Sozialjahr oder das Berufsheer.

AMS-Chef Johannes Kopf erwartet, dass im Falle der Abschaffung der Wehrpflicht nur rund 3.000 Junge für ein Profiheer oder für den Sozialdienst zur Verfügung stünden, erklärte er im ORF-Radio. Verteidigungsminister Darabos kann diese Rechnung nicht nachvollziehen. Derzeit sei eine Zahl von rund 36.000 Jugendliche für den Militär- oder den Zivildienst tauglich. Rund zwei Drittel davon seien Lehrlinge, die dann gleich arbeiten gehen würden. Vom restlichen Drittel dürfen rund 4.000 Jugendliche studieren, 2.000 ins Ausland gehen, in der elterlichen Landwirtschaft mitarbeiten oder schlicht nichts tun, erklärte Kopf. 6.000 Personen seien sozusagen Potenzial für entweder drohende Arbeitslosigkeit oder für das freiwillige soziale Jahr oder die Beschäftigung als Soldat. Die Hälfte davon dürfte arbeitslos werden, 3.000 somit für das Berufsheer und den Sozialdienst bleiben.

"Ich kann die Rechnung nicht nachvollziehen", meinte dazu Darabos vor Journalisten. Sowohl für das Berufsheer als auch für das Sozialjahr werde es genug Interessenten geben, zeigte er sich überzeugt und verwies unter anderem darauf, dass beide Möglichkeiten Männern und Frauen offen stünden. Darabos' Modell sieht 8.500 Berufssoldaten, 7.000 Zeitsoldaten, 6.500 Zivilbedienstete und 9.300 Milizsoldaten vor.

Laut einer Studie des Verteidigungsministeriums können sich 38 Prozent der 16- bis 30-Jährigen Befragten in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark vorstellen, dass ein Berufsheer ein attraktiver Arbeitgeber wäre. Die Verdienstmöglichkeiten und der sichere Arbeitsplatz stehen dabei als Begründung ganz oben.