Erstellt am 11. Januar 2013, 13:13

Amtseinführung der WKStA-Leiterin Vrabl-Sanda. Ilse-Maria Vrabl-Sanda hat am Freitag ihre feierliche Amtseinführung als Leiterin der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) absolviert.

Justizministerin Karl bezeichnete das abgelaufene Jahr 2012 in der gut zweieinhalbstündigen Zeremonie als "Jahr der Korruptionsbekämpfung" und sagte die Errichtung einer "Whistleblower-Hotline" für anonyme Hinweise zu.

"In Österreich darf bei Korruption nicht länger weggeschaut werden, und es wird auch nicht länger weggeschaut, dafür war in der Vergangenheit Walter Geyer ein Garant und dafür wird in Zukunft Ilse-Maria Vrabl-Sanda eine Garantin sein", streute Karl dem scheidenden Leiter und der neuen Chefin der Korruptionsstaatsanwaltschaft Rosen. Außerdem sagte die Ministerin der Staatsanwaltschaft zusätzliche, höher dotierte Planstellen sowie die Einrichtung einer "Whistleblower-Hotline" für anonyme Hinweise zu.

Ihr Weisungsrecht über die Staatsanwaltschaft verteidigte die Ministerin einmal mehr - und zwar, mit Verweis auf den Salzburger Finanzskandal, als eine Form des "Mehr-Augen-Prinzips". "In keinem größeren Unternehmen würde die Frage der Information des Aufsichtsrates und der Einholung dessen Genehmigung vor Entscheidungen mit größerer Tragweite ernsthaft in Zweifel gezogen", sagte Karl bei dem Festakt im Justizpalast.

Vrabl-Sanda bekleidet ihre neue Funktion schon seit Anfang Dezember. Als Chefin der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft leitet sie die zweitgrößte Anklagebehörde des Landes (im Vollausbau sollen es ab Ende 2014 40 Mitarbeiter sein, derzeit 19). Als Korruptionsjägerin will Vrabl-Sanda ihre neue Rolle offenbar nicht verstanden wissen. "Wir sind keine Jäger, die Kriminelle zur Strecke bringen wollen", sagte Vrabl-Sanda - vielmehr gehe es darum, das historische Geschehen aufzuarbeiten und dem Recht zum Durchbruch zu verhelfen. Mit der Amtseinführung wurde auch Walter Geyer verabschiedet, der die WKStA seit ihrer Gründung 2009 geleitet hatte.