Erstellt am 04. Juni 2015, 22:46

Androsch attackiert Faymann, Resetarits kritisiert Niessl. Die sich anbahnende Koalition aus SPÖ und FPÖ im Burgenland sorgt innerhalb der Sozialdemokraten für den erwarteten Ärger.

Lukas Resetarits  |  NOEN, Foto: Werzinger
Ex-Finanzminister Hannes Androsch macht Parteichef Werner Faymann verantwortlich, die Nationalratsabgeordnete Elisabeth Hakel zeigte sich "wahnsinnig wütend" über die Entscheidung von Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ).

Resetarits empfiehlt Niessl, der FPÖ beizutreten

"Wenn ich meine Unterstützung zurückziehen könnte, würde ich das tun. Entweder ist man Sozialdemokrat oder nicht. Ich empfehle Herrn Niessl, der FPÖ beizutreten", ärgerte sich wiederum Kabarettist Lukas Resetarits, der im Proponentenkomitee des Landeshauptmanns aufschien, im "Standard". Anders Fußball-Coach Paul Gludovatz aus dem Unterstützungskomitee, der meinte, auch im Fußball müsse man seine Taktik manchmal ändern.

Während die prononciert linke Nationalratsabgeordnete Daniela Holzinger Niessls "alternative Strategie" im "Standard" etwas überraschend für "sinnvoll" hält, geht mit Hakel eine andere Mandatarin mit dem Landeshauptmann hart ins Gericht. Auf Facebook postete die Steirerin, dass sie die Option von Rot-Blau "traurig" und "vor allem wahnsinnig wütend" mache.

Faymann für "Kakofonie" verantwortlich

Schuld dass es so weit kommen konnte, ist für den Industriellen und früheren Finanzminister Androsch Kanzler Werner Faymann höchstpersönlich: "Wenn der Dirigent nicht dirigiert, macht jede Gruppe im Orchester, was sie will, dann kommt keine Sinfonie zustande, sondern eine Kakofonie", meint er im "Standard" und ergänzt Richtung Faymann: "Er soll endlich aufhören mit dem Schönreden, Beschwichtigen, Gesundbeten und anfangen zu regieren. Regieren ist mehr als Administrieren von Stillstand." Vorerst blickt Androsch aber skeptisch in die nähere Zukunft. Für die Wien-Wahl prognostiziert er ein "Waterloo".