Erstellt am 20. Juni 2011, 12:31

Androsch mit Bildungsvolksbegehren unzufrieden. "Nicht zufrieden" zeigte sich am Montag Ex-SP-Vizekanzler Hannes Androsch mit der Anzahl der Unterstützungsunterschriften für das von ihm mitinitiierte Bildungsvolksbegehren.

Es sei zwar "erfreulich", dass man weniger als zwei Wochen vor Ende der Frist (1. Juli) ein "Mehrfaches von der Mindestzahl" zur Einleitung des Volksbegehrens gesammelt habe, "aber das ist nicht genug".

"Ich bin zufrieden, was das Formelle anbelangt, aber nicht mit der Höhe des Sockels, mit dem wir das Volksbegehren starten wollen", so Androsch. Wie viele Unterschriften insgesamt beisammen sind, könne Androsch nicht sagen, da die Unterstützungserklärungen "auf 2.500 Gemeindeämtern und Magistratischen Bezirksämtern aufliegen" - und das nur noch bis 1. Juli, was Androsch und seinen Mitinitiator und VP-Bildungsexperten Bernd Schilcher zum Endspurt antreibt.

Und sie übten Kritik an der aktuellen Bildungspolitik: Das vergangene Woche von der Koalition präsentierte Modell der "Modularen Oberstufe" könne laut Schilcher "in dieser Form nur untergehen". Man müsse das "herkömmliche System mit 70 Prozent Frontalunterricht und ohne jede Individualität" generell ändern, "so ist das nur ein weiterer Teil des Fleckerlteppichs". Als positiv wertete Androsch hingegen die neu gegründete Lehrerinitiative, die am Dienstag präsentiert wird.

Das "Volksbegehren Bildungsinitiative" wird frühestens in der Woche vom 26. September und spätestens bis Ende Jänner 2012 starten. Die Initiatoren fordern "ein faires, effizientes und weltoffenes Bildungssystem, das so früh wie möglich alle Begabungen des Kindes fördert und Schwächen ausgleicht, autonome Schulen ohne Parteieneinfluss, eine leistungsdifferenzierte, hochwertige gemeinsame Schule bis zum Ende der Schulpflicht und ein Angebot von ganztägigen Bildungseinrichtungen, eine Aufwertung des LehrerInnen-Berufs und die stetige Erhöhung der staatlichen Finanzierung für Unis auf 2 Prozent des BIP bis 2020".