Erstellt am 15. Februar 2014, 15:57

Angelika Mlinar zur NEOS-Spitzenkandidatin gekürt. Die 43-jährige frühere LiF-Chefin Angelika Mlinar hat sich bei den NEOS-Vorwahlen durchgesetzt und wird als Spitzenkandidatin der jungen Partei in den EU-Wahlkampf gehen.

Ihr Platz eins auf der Liste wurde bei der Mitgliederversammlung am Samstag fixiert. "Wir sind die Pro-Europapartei in Österreich", umriss sie nach ihrer Kür die Leitlinie ihres Antritts. Zwei Mandate sind das erklärte Wahlziel. Die NEOS wollen den EU-Wahlkampf emotional angehen: "Wir lieben Europa" wird das Motto, das auch auf der neuen Version der Homepage prangt. "Die Menschen spüren die EU nicht, und sie spüren nicht, was uns verbindet", so Mlinar. Sie will "Europa in die Wohnzimmer, in die Köpfe und in die Herzen der Menschen bringen", als "die politische Kulturleistung der Menschheit". Und natürlich wollen die NEOS, dass Europa "zukunftsfit" wird.

Stefan Windberger auf Platz Zwei

Platz zwei auf der NEOS-Liste nimmt der steirische Jungunternehmer Stefan Windberger ein, der von den Jungen Liberalen kommt. Platz drei ging an den Vorarlberger Anton Fink. Damit wurde das Ergebnis der NEOS-Online-Vorwahlen bestätigt. Die Listenerstellung erfolgte per dreistufigem Verfahren: zuerst online bis 7. Februar, wobei sich alle Interessierten beteiligen konnten, sofern sie sich - kostenpflichtig - registriert hatten; vergangene Woche stimmte der Parteivorstand ab und am Samstag schließlich war die Mitgliederversammlung am Wort.

Meinungsforschung: Österreicher wissen zu wenig über EU

NEOS-Obmann Matthias Strolz versprach einen Wahlkampf, "wie ihn Österreich noch nie gesehen hat". Denn die Partei hat Meinungsforschung betrieben und herausgefunden, dass die Österreicher einfach zu wenig über die EU wissen. "Es ist so wichtig, dass wir Europa in den Fokus unseres Alltags holen", so Strolz. Das wird keiner Partei so leicht fallen wie uns. Weil wir sind Europa. Und wir lieben Europa." Strolz peilt als Wahlziel eine Verdoppelung der Stimmen der Nationalratswahl (232.946, 4,96 Prozent) an.

Zu Gast bei der Mitgliederversammlung war auch der frühere belgischen Premierminister Guy Verhofstadt, Fraktionsvorsitzender der Liberalen im EU-Parlament (ALDE) und ihr europaweiter Spitzenkandidat. Er zeigte sich erfreut über Mlinars Spitzenkandidatur und rechnet mit einem "großen Sieg" für die Liberalen bei der EU-Wahl.