Erstellt am 22. Februar 2012, 00:00

Angst vor Atom-Müll. 60 KILOMETER HINTER DER GRENZE /  Planung für Zwischenlager bei Bohunice läuft. Burgenland beteiligt sich jetzt an der Prüfung.

 |  NOEN
VON WOLFGANG MILLENDORFER

Der BVZ-Bericht über das geplante Atom-Zwischenlager unweit der Grenze sorgte für einen Aufschrei im Land. Jetzt will die Landesregierung gegensteuern und vor allem ihr Recht auf Mitsprache voll ausschöpfen.
Wie vor kurzem bekannt wurde, plant die Slowakei die Errichtung des rund 7000 Quadratmeter großen Lagers in der Nähe des Atomkraftwerks Bohunice, 60 Kilometer vom Burgenland entfernt.

Im Gespräch war auch noch eine weitere Variante, in der das Kraftwerk Mochovce genannt wurde. In dem Bericht, mit dem die Betreibergesellschaft JAVYS um die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ansucht, ist davon aber keine Rede mehr.

Dunst: „Widerstand bringt nur Verhärtung der Fronten“
Während die Opposition im Burgenland Sturm läuft, setzt die Regierung auf Konsens mit den Nachbarn. „Ein voller Widerstand würde nur eine Verhärtung der Fronten bringen“, heißt es im Büro der für Strahlenschutz zuständigen Landesrätin Verena Dunst (SPÖ). Deshalb wird ein Team aus Technikern und Juristen zusammengestellt, das – zusätzlich zum Bund – im Rahmen der UVP den burgenländischen Standpunkt vertreten soll. „Werden die Auflagen nicht erfüllt, spricht sich das Land gegen das Projekt aus“, betont man.
Auf „möglichst breiten Konsens“ unter Abstimmung mit Bund und Ländern setzt man auch im Büro von Umweltlandesrat Andreas Liegenfeld (ÖVP). Ende Februar kommt das Thema in den bundesweiten „Atom-Gesprächen“ auf den Tisch.