Erstellt am 02. September 2011, 12:36

Anti-Beschämungs-Grundsatz soll ins "Schul-Gesetz". "Kein Kind darf beschämt werden": Diesen Grundsatz will die Initiative "Wir LehrerInnen für's Bildungsvolksbegehren" in den "Zielparagraphen" des Schulorganisationsgesetzs (SchOG) verankert sehen. "Unser Bildungssystem verstärkt Unterschiede und diskriminiert", erklärte Bildungsobmann und Lehrer Daniel Landau. "Wir fordern, dass es Lücken schließt und sie nicht vergrößert."

Es sei die Angst vor Bloßstellung und Beschämung in der Schule, die Kindern ihre Neugier und Schul-Lust nehme, wie Landau erläuterte. Das von Ex-SP-Vizekanlzer Hannes Androsch initiierte und in zwei Monaten startende Bildungsvolksbegehren sei die große Chance, auch gesellschaftlich in punkto Bildung und Schule etwas zu verändern, so die Vertreter der Lehrerinitiative unisono.

"Wer sich für eine Trennung von Kindern ab 10 Jahren stark macht, will bewusst oder unbewusst dieses ungerechte System beibehalten", so Schrodt. Um die Einführung einer "guten gemeinsamen Schule durchsetzen zu können", appellierte sie auch an jene Lehrergewerkschafter, die "reformwillig" sind, aber sich "hinter jenen verstecken, die konservative Werte vertreten".

Generell stehe Politik an vielen Stellen notwendigen Veränderungen im Weg. Georg Neuhauser, Lehrer und Initiator des Projekts "COOL - Cooperatives und Offenes Lernen", forderte einen "Demokratisierungsschub für unsere Schulen". Das wahre "Grundübel unserer Bildungs-Misere" sei die Parteipolitik, die u.a. bei Personalfragen wie Direktorenbestellungen an Schulen eine große Rolle spielen würden.

Die Initiatoren des Bildungsvolksbegehrens fordern "ein faires, effizientes und weltoffenes Bildungssystem, das so früh wie möglich alle Begabungen des Kindes fördert und Schwächen ausgleicht, autonome Schulen ohne Parteieneinfluss, eine leistungsdifferenzierte, hochwertige gemeinsame Schule bis zum Ende der Schulpflicht und ein Angebot von ganztägigen Bildungseinrichtungen, eine Aufwertung des LehrerInnen-Berufs und die stetige Erhöhung der staatlichen Finanzierung für Unis auf 2 Prozent des BIP bis 2020". Von 3. bis 10. November können Unterstützer ihre Stimme abgeben.