Erstellt am 11. Februar 2015, 07:24

von Wolfgang Millendorfer

Asylquote: Auf und ab. Innenministerium kritisiert Schlusslicht Burgenland. Mit zusätzlichen Quartieren wird jetzt in der Quote wieder aufgeholt.

 |  NOEN, © Alexandra Gruber
Bislang lag das Burgenland immer im vordersten Feld, wenn es um die Erfüllung der Asylquote ging. Nachdem Innenministerin Johanna Mikl-Leitner die 100-prozentige Quote aller Bundesländer einforderte, ist man mit 90,8 Prozent plötzlich Schlusslicht. Für die nötigen 1.101 Flüchtlinge fehlen derzeit rund 100 Unterbringungen.

Wie berichtet, hat man im Land aber bereits bis zu 140 neue Plätze in Aussicht. „Seriöse, längerfristige Lösungen brauchen ihre Zeit“, will sich der zuständige Landesrat Peter Rezar die Arbeit „nicht schlechtreden lassen“. Eine Erklärung sieht er im Anstieg der Flüchtlingszahlen: Sollte diese Entwicklung anhalten, könne man „nicht mehr so viele Plätze schaffen, wie gebraucht werden“.

Rezar fordert: „Endlich raschere Asylverfahren“

Hier nimmt Rezar wiederum die Innenministerin in die Pflicht, wenn es um den Andrang aus dem Kosovo geht: Hunderte „Wirtschaftsflüchtlinge“ haben Asylanträge gestellt, die Mikl-Leitner nun in sogenannten „Schnellverfahren“ abhandeln lassen will. Generell fordert Rezar „endlich wirksame Schritte zur Verkürzung der Asylverfahren“.

Was die umstrittene Quote angeht, könnte das Burgenland aber bald schon wieder an der Spitze des Bundesländer-Rankings liegen. Denn auch die Caritas hat zusätzliche Quartiere in Aussicht gestellt: In vielen Pfarren des Landes würden derzeit Gespräche geführt, heißt es. Auch hier sei eine gewisse Vorlaufzeit nötig, um alle Beteiligten einbinden zu können.