Erstellt am 17. Juni 2015, 05:46

von Bettina Eder

Container in Kaserne. Ende der Woche steht die Entscheidung an, ob die Kasernen, darunter auch Bruckneudorf, Flüchtlinge aufnehmen werden.

Benedekkaserne in Bruckneudorf  |  NOEN, Havelka
Die Uhr tickt in der Asyldiskussion und für die Kaserne Bruckneudorf, die zur Unterkunft von bis zu 400 Flüchtlingen werden könnte. Eine Entscheidung soll darüber nach dem 18. Juni (Donnerstag) fallen.

Tschürtz lehnt „Massenunterbringung“ ab

Sollten die Länder ihre Asylquoten dann nicht erfüllen, werden bestimmte Kasernen, darunter auch der Truppenübungsplatz (TÜPL) Bruckneudorf, per Dekret, Flüchtlinge unterbringen müssen. Am TÜPL könnte dann ein Containerdorf entstehen.

Dass das Land bis zur Deadline die Quote erfüllen wird, ist laut Wolfgang Hauptmann, Leiter der zuständigen Stelle im Land, nicht möglich, denn derzeit liege man bei knapp 92 Prozent. Landesvize in spe Hans Tschürtz (FPÖ) spricht von „Massenunterbringung“ und lehnt diese ab.

Ortschef: „Gemeinde ist strikt dagegen“

Hauptmann hätte zwar weitere Quartiere für 150 Personen im Land – übrigens genau die Anzahl, die man zur Erfüllung der Quote brauche  –  jedoch könne er keine Verträge abschließen. Hauptmann erläutert: „Es fehlt nicht an Quartieren, sondern an der Bereitschaft der Bevölkerung und den politischen Vertretern.“ Derzeit seien etwa 1.200 Flüchtlinge in 77 Quartieren untergebracht.

In Bruckneudorf selbst hat man mit den Plänen keine Freude. „Die Gemeinde ist strikt dagegen“, so Ortschef Gerhard Dreiszker (SPÖ).

Auch für Kommandant Franz Neuhold ist es ausgeschlossen, dass Flüchtlinge am TÜPL untergebracht werden: „Die Container werden von uns ja dringend gebraucht.“

„Der Ball liegt beim Innenministerium“

Oberstleutnant Wolfgang Gröbming vom Militärkommando Burgenland wiederum betont: „Die Kaserne wurde angeboten. Ob das Angebot angenommen wird, ist mir noch nicht bekannt. Der Ball liegt beim Innenministerium.“

Der Sprecher des Innenministeriums Karl-Heinz Grundböck kann keine Einschätzung geben, wie reell die Chance auf ein Flüchtlings-Container-Lager am TÜPL ist, er verweist auf die Frist, die es abzuwarten gilt. Insider rechnen aber damit, dass aufgrund des großen Flüchtlingsansturms, alle Quartiere vermutlich gebraucht werden.