Erstellt am 12. Januar 2012, 12:10

Auch Grüne für Reform der Familienförderung. Nach Arbeiterkammer und Industriellenvereinigung haben sich auch die Grünen für eine Reform der Familienförderung ausgesprochen.

Nach Arbeiterkammer und Industriellenvereinigung haben sich auch die Grünen für eine Reform der Familienförderung ausgesprochen. Ihr Maßnahmenpaket sieht eine Umschichtung von Geld- auf Sachleistungen vor. Ohne zusätzliche Belastung des Budgets könnten durch Reformen bis zu 500 Mio. Euro für 80.000 Kinderbetreuungsplätze lukriert werden, rechnen die Grünen vor.

Ziele des Grünen Pakets seien, die Frauenerwerbstätigkeit zu steigern, der Kinderarmut entgegenzuwirken, gleiche Bildungschancen zu schaffen und auf unterschiedliche Lebensformen einzugehen, fasste Familiensprecherin Daniela Musiol die grünen Forderungen zusammen. Derzeit gebe es bei der Familienförderung einen Überhang an Geldleistungen, die weder messbar noch transparent seien. In ihrer Kritik stützte sich Musiol auch auf den Rechnungshof, der alleine 117 verschiedene Arten der Förderung durch Bund und Länder erfasst habe.

Der Grüne Budgetexperte Bruno Rossmann nannte Skandinavien als Vorbildregion, wo der Anteil von Sachleistungen wie Kinderbetreuungsplätzen wesentlich höher sei als jener in Österreich. Von den meisten Geldleistungen würden zudem vorrangig Familien mit höherem Einkommen profitieren. Ein Umschichten würde hingegen Startvorteile in der Schule, höhere Einkommen durch mehr Bildung sowie den leichteren Wiedereinstieg von Müttern ins Berufsleben mit sich bringen.

Von den errechneten 500 Mio. Euro sollen rund 300 Mio. aus einem neuen, einheitlichen Karenzmodell kommen. Weitere Mittel will man aus der teilweisen Rücknahme des Familienpakets aus dem Jahr 2009 (Kinderfreibetrag und steuerliche Absetzbarkeit für Kinderbetreuung) lukrieren. Aber auch eine Verwaltungsreform wünschen sich die Grünen: Denn derzeit seien sieben Ministerien für Förderungen zuständig.