Erstellt am 07. Oktober 2013, 21:28

„Auch Opposition möglich“. SPÖ-Ansage / Während in Wien die Koalitionsgespräche beginnen, könnte sich Landeschef Niessl auch mit der Oppositionsrolle anfreunden. Landesvize Steindl: „Keine Zurufe!“

 |  NOEN, BVZ
Von Wolfgang Millendorfer

Der Koalitionspoker läuft im Grunde schon seit dem Wahlabend – den offiziellen Auftrag zur Regierungsbildung erhielt SPÖ-Chef Werner Faymann nun von Bundespräsident Heinz Fischer. Inzwischen haben SPÖ und ÖVP hinter den Kulissen bereits Gespräche mit FPÖ und Co. geführt.

Und gerade die Freiheitlichen entzweien die beiden Großparteien: Sowohl rote als auch schwarze Granden können sich eine Regierungsbeteiligung der Strache-Partei vorstellen. Im Burgenland jedoch spricht man sich dafür aus, der Großen Koalition in den Verhandlungen eine Chance zu geben.

Neue Form der Zusammenarbeit - oder Opposition

In diesem Zusammenhang ließ Landeshauptmann Hans Niessl aufhorchen, als er von der ÖVP das Bekenntnis zu „einer neuen Form der Zusammenarbeit“ einforderte und meinte: Wenn das nicht möglich sei, dann sollte die SPÖ in die Opposition gehen. Bereits am Wahlsonntag hatte Niessl von der „letzten Chance“ der Großen Koalition gesprochen; auch Ministerien könnten aus seiner Sicht getauscht werden.

Während ÖVP-Boss Michael Spindelegger weiter alle Möglichkeiten offen halten will, warnt Landesvize Franz Steindl vor „Schnellschüssen“ und verwehrt sich gegen „unnötige Zurufe der SPÖ“: Die Bundesspitzen sollten in Ruhe verhandeln und sich nicht mit „vorschnellen Festlegungen“ aufhalten. Ganz andere Sorgen plagen nach der Wahl das BZÖ, dessen Fortbestand im Burgenland noch ungewiss ist. Die NEOS hingegen überlegen nach ihrem Erfolg auch eine Beteiligung bei der Landtagswahl 2015.

Nach Auszählung der Wahlkarten wurde nun auch das endgültige Ergebnis veröffentlicht. Und eines steht ebenso fest: Mit 86 Prozent ist das Burgenland „Meister“ in Sachen Wahlbeteiligung.