Erstellt am 25. Januar 2014, 14:06

Auer mit 91,1 Prozent als ÖVP-Bauernbundpräsident bestätigt. ÖVP-Bauernbundpräsident Jakob Auer ist am Samstag beim Bundesbauernrat in Alpbach mit 91,1 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden.

APA15699610 - 21112013 - WIEN - …STERREICH: THEMENBILD-PAKET - Nationalratsabgeordneter Jakob Auer (…VP) am Mittwoch, 20. November 2013, im Rahmen eines Fototermins im Parlament in Wien. APA-FOTO: GEORG HOCHMUTH  |  NOEN, GEORG HOCHMUTH (APA)
113 der 128 anwesenden Delegierten votierten für den gebürtigen Tiroler und Abgeordneten zum Nationalrat. Auer kritisierte in seiner Rede die jüngsten, öffentlich ausgetragenen Diskussionen innerhalb der Volkspartei.

Diskussionen nach innen seien in Ordnung, aber man sollte diese nicht nach außen tragen, bemängelte der 65-Jährige: "Für manche wäre es besser gewesen, sie hätten in den letzten Wochen geschwiegen". Auer stärkte ÖVP-Bundesparteiobmann Michael Spindelegger den Rücken: Bei den Regierungsverhandlungen sei "viel auf dem Spiel gestanden", beispielsweise die 50:50 Kofinanzierung. Gemeinsam mit Spindelegger habe das Wegfallen der Kofinanzierung aber abgewendet werden können. "Ich möchte Michael Spindelegger für seine Unterstützung danken", betonte Auer.

Auer ist eine "Galionsfigur"

Der Bundesparteiobmann, Vizekanzler und Finanzminister dankte es Auer in seiner Rede postwendend: "Du sagst nach den Gremien, was du in den Gremien gesagt hast". Zu dem Regierungsprogramm müsse man stehen und nicht "Nachtarockieren", wenn das Spiel zu Ende sei. Überhaupt sei Auer eine "Galionsfigur", "ein hervorragender, außerordentlicher Kämpfer für die Bauern". Für die ländliche Entwicklung brauche es einen Masterplan, den er gemeinsam mit dem Bauernbund erarbeiten wolle, betonte Spindelegger.

Darüber hinaus forderte Spindelegger Engagement für die bevorstehende EU-Wahl am 25. Mai ein: "Europa ist für uns keine Laune. Europa ist für uns Überzeugung". ÖVP-Europaabgeordnete und Bauernbund-Vizepräsidentin Elisabeth Köstinger habe ein tolles Engagement an den Tag gelegt und oftmals ihr Können bewiesen. Die EU-Wahl sei eine "Mobilisierungswahl" und der Bauernbund habe mehrfach bewiesen, dass er gut mobilisieren könne, so Spindelegger.

Bauernbund kann gut mobilisieren

Für die Kärntnerin Köstinger hatte der in Oberösterreich lebende Auer zuvor bereits den zweiten Listenplatz reklamiert: "Damit sie kräftig wegstarten kann". "Und wir wollen sie auf dem zweiten Listenplatz hinter dem Spitzenkandidaten (Othmar Karas, Anm.) sehen. Dann sind unsere Bauern bereit, zu laufen". Der Bauernbund habe ja mehrfach gezeigt, dass er gut mobilisieren könne.

Köstinger selbst zog Bilanz und strich die kommenden Herausforderungen der europäischen Agrarpolitik hervor. Neben den Klima- und Umweltzielen und der Saatgutverordnung werde auch ein mögliches Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA besondere Aufmerksamkeit in der gemeinsamen Agrarpolitik brauchen. Es werde darum gehen, österreichische Standards bei Importen als Maßstab festzusetzen. "Es braucht eine starke Stimme für den ländlichen Raum", warb Köstinger für sich.

Zur heuer startenden neuen Einheitswertefeststellung meinte Auer in einem Interview mit den "Oberösterreichischen Nachrichten" (Samstag), dass es ein "Riesenerfolg" sei, "dass es weiter den Einheitswert und nicht den Verkehrswert der Grundstücke als Messgröße gibt". Der Verfassungsgerichtshof hatte den Einheitswert in einigen Bereichen infrage gestellt. "In Österreich ist es uns gelungen, die Umsatzgrenze für die Buchführung von 400.000 auf 550.000 Euro zu erhöhen", so Auer. Dies sei keine "Entsteuerung, sondern eine einfache Bemessung und pauschale Steuersätze. Das System wäre empfehlenswert für viele Klein- und Mittelbetriebe im gewerblichen Bereich, weil es weniger Bürokratie bedeutet. Das wäre dort auch notwendig", glaubt der alte und neue Bauernbundchef.