Erstellt am 15. Januar 2013, 10:09

Ausbau verschränkter Ganztagsschule empfohlen. Der Nationale Bildungsbericht 2012 empfiehlt den Ausbau der verschränkten Form der Ganztagsschule und beruft sich dabei auf Forschungsbefunden.

Derzeit dominiert bei den ganztägigen Schulformen die reine Nachmittagsbetreuung. Gleichzeitig wird in einer Bedarfsschätzung für 2015 unter Heranziehung der derzeitigen Ausbaupläne eine Betreuungslücke von 30.000 bis 50.000 Ganztags-Plätzen errechnet.

Derzeit gibt es an etwa 1.500 Schulen in Österreich Ganztagsplätze - entweder in verschränkter Form mit einem ganztägigen Wechsel von Unterrichts-, Lern- und Freizeit oder als reine Nachmittagsbetreuung mit Unterricht am Vormittag und Lern- bzw. Freizeit am Nachmittag (offene Form). Bei einer Online-Befragung der Schulleiter zeigte sich, dass 86 Prozent dieser Schulen nur die offene Form anbieten. Lediglich sieben Prozent haben ein voll verschränktes Ganztagsangebot, das von allen Schülern eines Jahrgangs verpflichtend besucht wird. Rund acht Prozent der Schulen sind Mischformen mit einzelnen verschränkten Klassen. Besonders wenige verschränkte Angebote gibt es in Niederösterreich und der Steiermark, die meisten in Wien und Vorarlberg.

Als Haupt-Hindernisse für eine Einführung der verschränkten Form wurde von den Direktoren mangelnde Zustimmung der Eltern, mangelnde Ressourcen, ungeeignete bauliche Strukturen und geringe Unterstützung durch den Schulerhalter genannt. Die zuletzt heftig diskutierte Blockademöglichkeit der Lehrer spielte dagegen kaum eine Rolle.

Derzeit werden rund 15 Prozent der Volksschüler ganztägig schulisch betreut und zwölf Prozent der Schüler an AHS-Unterstufen, Hauptschulen und Neuen Mittelschulen. Die Betreuungsquote ist aber laut Studie deutlich im Steigen. Die bestehende "Betreuungslücke" wird durch den derzeitigen Ausbau zwar langsam geschlossen, liegt je nach Berechnungsmodell aber 2015 bei Beibehaltung der derzeitigen Pläne noch immer bei 30.000 bis 50.000 Plätzen für Kinder unter 14 Jahren.