Erstellt am 08. Mai 2011, 10:41

Bandion-Ortner: Fehlende Verankerung in der ÖVP. Die frühere Justizministerin Claudia Bandion-Ortner sieht in ihrer fehlenden Verankerung in der ÖVP den Hauptgrund für ihre Ablöse. In einem Interview für die "Presse am Sonntag" bezeichnet es Bandion-Ortner als "ganz logisch, dass man als nicht in den Strukturen der Partei Verhaftete, nicht in den Bünden Verhaftete weniger Chancen hat."

Die frühere Justizministerin Claudia Bandion-Ortner sieht in ihrer fehlenden Verankerung in der ÖVP den Hauptgrund für ihre Ablöse. In einem Interview für die "Presse am Sonntag" bezeichnet es Bandion-Ortner als "ganz logisch, dass man als nicht in den Strukturen der Partei Verhaftete, nicht in den Bünden Verhaftete weniger Chancen hat."

Sie gesteht zu, dass sie nach der Entscheidung des neuen ÖVP-Obmannes Michael Spindelegger "zuerst enttäuscht" gewesen sei. Aber: "In der Politik darf man niemandem etwas übel nehmen." Bandion-Ortner verweist darauf, dass sie zwar von der ÖVP unterstützt worden sei, "aber ich war nie Parteimitglied, das ist sicherlich ein Nachteil. Die ÖVP hat etwas gesucht, um den Neuanfang zu signalisieren. Da hatte ich eine schwache Position."

Dass die Medien sie unter Beschuss genommen haben, führt Bandion-Ortner darauf zurück, dass sie nicht Parteimitglied war. "Ich habe über kein Budget für Öffentlichkeitsarbeit verfügt und war auch diesbezüglich nicht in die Infrastruktur der Partei eingebunden. Ich konnte niemals eine Kampagne starten, ich konnte niemals ein Inserat in einer Zeitung schalten, und das ist sicherlich ein Nachteil, da brauchen wir uns nichts vorzumachen. Es gibt sicher Zeitungen, bei denen es wichtig sein kann, dass man auch hin und wieder ein Inserat schaltet."

Ihrem Comeback als Richterin blickt Bandion-Ortner "sehr optimistisch" entgegen. Allerdings kann sie sich auch andere Optionen vorstellen. "Falls sich andere Möglichkeiten eröffnen würden, nicht nur von der ÖVP, sondern generell, dann müsste ich mir anschauen, ob mir das liegt. Grundsätzlich bin ich bereit, Herausforderungen anzunehmen." Interessieren würde es sie, ihre internationalen Kontakte weiter zu pflegen. Zudem will sie ein Buch schreiben: "Ich möchte über die Eindrücke schreiben, die eine Quereinsteigerin von der Politik bekommt."