Erstellt am 24. September 2013, 12:18

Barbara Prammer macht Krebserkrankung öffentlich. Mit den Worten "Ja, ich habe Krebs" hat Nationalratspräsidentin Prammer (SPÖ) am Dienstag jene Diagnose, wegen der sie sich vorübergehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, bekannt gemacht.

Die Parlamentschefin wird trotz der Erkrankung ihre Amtsgeschäfte ab sofort wieder voll aufnehmen. Auch will Prammer, sofern die SPÖ die NR-Wahl gewinnt, wieder als Nationalratspräsidentin kandidieren. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Christoph Zielinski, der als Leiter der Klinischen Abteilung für Onkologie am Wiener AKH zu ihrem Behandlungsteam gehört, informierte die Präsidentin, dass sie in der vergangenen Woche bereits die erste Therapie hinter sich gebracht habe. Unter welcher Art von Krebs sie leidet, sagte Prammer mit Hinweis auf ihre Privatsphäre nicht.

Dass sie mit der Krankheit überhaupt an die Öffentlichkeit gegangen ist, erklärte die Präsidentin damit, dass sie einer Stigmatisierung von Krebs-Patienten entgegentreten habe wollen. Zielinski würdigte ausdrücklich diesen "sehr ungewöhnlichen Schritt".

"Diagnose war schwerer Schock"

Prammer bekannte, dass die für sie überraschende Diagnose ein "schwerer Schock" gewesen sei. Die Krankheit sei für sie aber kein Anlass aufzugeben: "Ich werde kämpfen." Sie sei auch sehr zuversichtlich, ihr Amt weiter ausüben zu können: "Ein Risiko bleibt, aber wer lebt schon ohne Risiko."

Zielinski versicherte, dass Prammer ihr Tätigkeit ohne Einschränkungen werde fortführen können. Krebs habe sich zu einer chronischen Erkrankung entwickelt, von der Menschen nicht mehr aus dem Leben gezogen würden. Es gebe Therapien, die ein normales Leben ermöglichten und durch ambulante Behandlungen nicht einmal einen großen Zeitaufwand nach sich zögen.

"Nehme Arbeit wieder auf"

Dementsprechend meinte die Präsidentin dann auch: "Ich nehme die Arbeit wieder auf." Sie werde bereits am Mittwoch die von der FPÖ beantragte Sondersitzung des Nationalrats wieder leiten.

Der Dank der Präsidentin galt neben ihrer Familie vor allem dem Zweiten Nationalratspräsidenten Neugebauer (ÖVP), der sie in den letzten Tagen nicht nur vertreten habe, sondern ihr auch sehr freundschaftlich zur Seite gestanden sei, sowie Kanzler Faymann, der sich voll hinter sie als Nationalratspräsidentin gestellt habe.