Erstellt am 13. Februar 2013, 00:00

Bauern starten den Wahlkampf. Landwirtschaftskammer / Bauernbund geht mit 71,8 Prozent ins Rennen, SPÖ-Bauern als Herausforderer.

Motivierte Herausforderer: SPÖ-Bauern-Spitzenkandidat Stefan Hauser (r.) mit SP-Landesgeschäftsführer Robert Hergovich (M.) und Johann Sommer, dem Spitzenkandidaten aus dem Bezirk Eisenstadt. Millendorfer  |  NOEN
Von Wolfgang Millendorfer und Michaela Grabner

Der einzige Burgenland-Urnengang im Superwahljahr wird ein reines Match zwischen SPÖ und ÖVP: Zur Landwirtschaftskammer-Wahl treten am 10. März nur der Bauernbund und die roten Bauern an. Wahlberechtigt sind immerhin 63.700 Landwirte und Grundbesitzer.

Nachhaltige Betriebe:  „Klasse statt Masse“

Schon bei der letzten Kammer-Wahl im Jahr 2008 kam der ÖVP-Bauernbund auf 71,8 Prozent der Stimmen. Dementsprechend motiviert zeigte man sich in der Vorwoche beim Auftakt in Großwarasdorf. In seiner Heimatgemeinde war auch Agrarminister Nikolaus Berlakovich mit von der Partie. Er kündigte Spitzenkandidat und Kammer-Präsident Franz Stefan Hautzinger als „bewährtes Schlachtross mit dem Feuer eines jungen Rennpferdes“ an.

Der Bauernbund setze „auf Klasse statt Masse“, betonte Hautzinger in seiner Rede: Ökologische Landwirtschaft und erneuerbare Energie stehen im Wahlkampf ebenso im Mittelpunkt wie das Eigentum jedes Einzelnen. Hautzinger: „Um für alle Betriebe maßgeschneiderte Konzepte zu entwickeln, ist eine starke Landwirtschaftskammer notwendig.“

In Eisenstadt bliesen die SPÖ-Bauern kurz darauf zum Gegenangriff. Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte Spitzenkandidat Stefan Hauser klar: Auch in diesem Wahlkampf geht es um die „kleinen Bauern“. Der Bauernbund wurde als „Steigbügelhalter der Großbetriebe“ kritisiert. Letztere seien, so Hauser, für die Produktion „natürlich wichtig“, könnten es sich aber richten; auch wenn es um die umkämpften Förderungen geht. Im Gegenzug unterstrich Kammer-Direktor Otto Prieler – ebenso wie Agrarminister Berlakovich – die Vorzüge von Familienbetrieben und bäuerlichen Strukturen.

SPÖ und ÖVP haben aber auch gemeinsame Fronten: Zum einen kämpft man laufend um faire Preise, zum anderen gegen gentechnisch veränderte Futtermittel, die „über die Hintertür“ auf die Teller gelangen.



Die Wahl in Zahlen
• 63.700 Landwirte und Grundbesitzer (aktueller Stand bei Auflage des Wählerverzeichnisses) sind am 10. März wahlberechtigt. Rund 10.000 davon leben nicht im Burgenland. Sie können ihre Stimme per Briefwahl abgeben.
• Die Ausgangslage: Der ÖVP-Bauernbund hält in der Landwirtschaftskammer bei 24 Mandaten (71,83 Prozent), die SPÖ-Bauern bei acht Sitzen (24,97 Prozent). Die FPÖ schaffte die Fünf-Prozent-Hürde für den Einzug nicht.
• Bei der Landwirtschaftskammer-Wahl im Jahr 2008 gaben von 66.949 Wahlberechtigten 47,95 Prozent ihre Stimme ab.