Erstellt am 04. Juli 2011, 12:56

Beamte - Experten: Pragmatisierung hinterfragen. Der öffentliche Dienst muss sich für die Zukunft wappnen, ein Beirat hat deshalb sieben Thesen und 50 Empfehlungen für Reformen ausgearbeitet.

Der öffentliche Dienst muss sich für die Zukunft wappnen, ein Beirat hat deshalb sieben Thesen und 50 Empfehlungen für Reformen ausgearbeitet. Das Perspektiven-Papier wurde am Montagvormittag von Beamtenministerin Heinisch-Hosek präsentiert. Unter dem Punkt "Dienstrechtliche Reformmaßnahmen" wird etwa empfohlen, die Pragmatisierung zu hinterfragen - derzeit werde sie "überschießend" angewendet.

Eine These beschäftigt sich mit dienstrechtlichen Reformmaßnahmen, wobei ganz klar "mehr Flexibilität und Mobilität" gefordert wird. Zu dem von den Experten vorgeschlagenen neuen und einheitlichen Dienstrecht für den öffentlichen Dienst inklusive einer Besoldungsreform mit höheren Anfangsgehältern und einer flacheren Anstiegskurve verwies Heinisch-Hosek auf die bereits eröffneten Verhandlungen dazu für die Lehrer. Nach den Lehrern wäre eine solche Reform für alle Gruppen des öffentlichen Dienstes "der logische nächste Schritt", bekräftigte die Ministerin.

Zudem sollte der öffentliche Dienst vermehrt auf Diversität als Erfolgsfaktor setzen. Demnach soll in allen Bereichen der Personalpolitik auf Vielfalt geachtet werden und insbesondere Frauen "angemessen" berücksichtigt werden. Festgestellt wurde auch: Polizei und Schulen brauchen mehr Personen mit "Migrations-Hintergrund".

Einer weiteren These zufolge wird der Öffentliche Dienst mit einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften konfrontiert sein, nicht zuletzt aus demografischen Gründen. Um dem gegenzusteuern, empfehlen die Experten etwa die Schaffung einer internen "Personalagentur".

Heinisch-Hosek kündigte einen "sehr breiten Reformdialog"über die enthaltenen Empfehlungen an. Ab Herbst sollen ein Jahr lang Gespräche mit Vertretern der Bundesländer, der Länder und der Gemeinden sowie aus anderen Ressorts und Parteien geführt werden. Auch die Gewerkschaft soll sich dabei einbringen.