Erstellt am 03. Oktober 2012, 19:12

BEGAS-Affäre nimmt neue Schwarzgeld-Ausmaße an. Die Affäre rund um den früheren BEGAS-Vorstand Rudolf Simandl erreicht neue Ausmaße: Der Ex-Manager soll insgesamt zehn Mio. Euro Schwarzgeld - Mittel, die nicht versteuert wurden - besessen haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "News". Der im April dieses Jahres fristlos entlassene Manager soll über zwei Stiftungen in Liechtenstein verfügt und Einkünfte aus ihnen bezogen haben.

Die Informationen stammen laut "News" aus einer Selbstanzeige, deren Entwurf Ermittler im August bei einer Hausdurchsuchung in einem bereits gepackten Koffer des früheren Begas-Chef gefunden haben. Dem Schriftstück sei zu entnehmen, dass Simandl "zu Spitzenzeiten" bei der BEGAS auf einen Jahresbruttobezug von 483.000 Euro gekommen sei. Für die seit dem Jahr 2000 aufgelaufene Steuerschuld habe er dem Finanzamt Eisenstadt bereits fünf Mio. Euro bezahlt.

Laut Simandls Angaben in der Selbstanzeige soll der Manager Einkünfte aus zwei Liechtensteiner Stiftungen namens "Janira" und "Nonac" ebenso bezogen haben wie aus dem Verkauf dreier ausländischer Lebensversicherungen, deren Erlös nicht versteuert worden sein soll. Auch bei Gewinnen aus Anteilsverkäufen der Firma "Pöttschinger Edelputenholding" sowie bei erhaltenen "Provisionen" im Ausmaß von 1,36 Mio. Euro soll der Fiskus das Nachsehen gehabt haben.

2008 sei die Janira-Stiftung liquidiert worden. Ihr Vermögen sei ab 2007 auf die im September 2006 gegründete Nonac-Stiftung übertragen worden. Allein die Janira-Stiftung habe 2003 knapp 485.000 Euro an Spekulationseinkünften erzielt, schreibt "News". 1999 habe der Energiemanager ferner einen Prozess gegen eine Bank gewonnen und 2,4 Mio. Euro zugesprochen bekommen. Nun sei unter anderem die Frage zu klären, ob Simandls Selbstanzeige rechtzeitig erfolgt sei. Waren bereits Verfolgungshandlungen eingeleitet, könnte es dafür zu spät gewesen sein.

Die Freiheitlichen fordern unterdessen in der BEGAS-Affäre die Öffnung der Konten von SPÖ und ÖVP im Burgenland. FPÖ-Obmann Tschürtz ortete einen "rot-schwarzen Skandal". Dieser nehme "noch viel unglaublichere Ausmaße an als ohnehin gedacht". Es sei "undenkbar, dass derartige Summen in Bewegung kommen, ohne dass es auf politischer Ebene Mitwisser oder sogar Helfer gibt", erklärte Tschürtz.