Erstellt am 27. März 2013, 00:00

BEGAS: Neuer Verdacht. Zwei Manager im Visier / Weitere Beschuldigte und Hausdurchsuchung der Polizei. „Schmiergeld-Affäre“ sorgt indes politisch für Wirbel.

Ermittlungen gegen Rudolf Simandl: Die BEGAS-Causa zieht immer weitere Kreise.  |  NOEN

Keine Woche vergeht derzeit ohne neuen Paukenschlag in der Causa BEGAS. Jetzt bestätigt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft auch Ermittlungen gegen zwei weitere Beschuldigte: Die früheren Geschäftsführer einer BEGAS-Tochterfirma werden laut Magazin „News“ ebenfalls der Untreue verdächtigt. In einem Fall wurde von

der Polizei eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Einer der beiden Ex-Manager hat die BEGAS 2008 verlassen, der zweite ist für das Nachfolge-Unternehmen Energie Burgenland tätig.

Dort kommentiert man die Ermittlungen gelassen, da die gesamten BEGAS-Aufträge aufgearbeitet werden. Ein Fehlverhalten der beiden Beschuldigten sei derzeit nicht erkennbar.

Schmiergeld für Bürgerinitiativen?

Während die Ermittlungen in der Untreue-Causa auf mehreren Ebenen laufen, wurden nun auch neue Details zu den Bestechungsvorwürfen gegen Ex-BEGAS-Chef Rudolf Simandl bekannt. Wie berichtet, überwies das Bauunternehmen Ortner überraschend 2,64 Millionen Euro an die Energie Burgenland. Seitens des Baukonzerns, der Großaufträge für die BEGAS und die Bioenergie Burgenland abgewickelt hatte, wurden 2007 insgesamt 1,32 Millionen Euro an Simandl übergeben. Zurückgezahlt habe man das Geld, da man nicht ausschließen könne, dass es in Simandls eigene Tasche gewandert sei, heißt es.

Dass es sich um Bestechungsgeld gehandelt habe, wird von Klaus Ortner zurückgewiesen. Auch der Firmenchef wurde inzwischen im Landeskriminalamt einvernommen.

Tatsächlich war zuletzt die Rede davon, dass die 1,32 Millionen Euro im Umkreis der – mittlerweile verworfenen – Müllverbrennungsanlage Heiligenkreuz „verwendet“ werden sollten.

Die Grünen, die sich über Bestechungsvorwürfe „nicht überrascht“ zeigen, fordern einen eigenen Untersuchungsausschuss. Landeschef Hans Niessl will indes, dass die 2,64 Millionen Euro an die Kunden zurückfließen, die Liste Burgenland fordert das Geld für die Gemeinden. Landesvize Franz Steindl pocht auf eine „volle Aufklärung“ und die FPÖ glaubt, dass Simandl Mitwisser gehabt habe.