Erstellt am 29. Oktober 2013, 12:02

Bei Pensionen droht langfristig neues Finanzloch. Die Pensionsreformen zeigen Wirkung und dämmen die Kosten in den nächsten Jahren ein.

Ab Mitte der 2020er Jahre klafft aber wieder ein tiefes Loch im Pensionssystem. Das zeigt der Bericht der Pensionskommission. So gehen die Österreicher weiter deutlich vor 65 in Pension, zudem hat sich das wirtschaftliche Umfeld verschlechtert. Die Jungen müssen sich daher auf niedrigere Pensionen einstellen. Der Bericht der Pensionskommission der Regierung über die langfristige Kostenentwicklung wird alle drei Jahre erstellt und reicht bis 2060. Erstmals vorgelegt wurde er unter der schwarz-blauen Regierung 2003/04. Damals wurde ein "Referenzszenario" erstellt, an dem das Pensionssystem seither gemessen wird.

Kosten mittelfristig wieder auf Kurs

Der letzte Bericht 2010 zeigte eine deutliche Verschlechterung der Lage: Demnach musste der Bund ab 2009 deutlich mehr Geld ins Pensionssystem pumpen, als 2004 vorhergesehen. Grund dafür waren zwischenzeitlich beschlossene Entschärfungen im Pensionssystem: Etwa die mehrfach verlängerte "Hacklerregelung", Pensionserhöhungen über der Inflationsrate und geringere Abschläge für die Korridor-Frühpension.

Diese Entwicklung hat die Regierung mittlerweile korrigiert, wie der neue Bericht zeigt. Die zuletzt beschlossenen Sparmaßnahmen (Pensionsanpassungen unter der Inflationsrate, erschwerter Zugang zur Hacklerregelung, eingeschränkte Invaliditätspension) haben die Kosten nämlich zumindest kurz- und mittelfristig wieder auf Kurs gebracht.

Damit kann die Regierung nun davon ausgehen, dass sie in den kommenden zwölf Jahren nicht mehr Geld in das Pensionssystem pumpen muss als dies 2004 angepeilt wurde. Konkret soll der Bundesbeitrag von heuer 2,8 Prozent der Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt/BIP) bis 2025 auf 3,7 Prozent ansteigen. Dies entspricht dem 2004 angepeilten Anstieg von 2,6 auf 3,7 Prozent.

Neuerliches Loch in gut zehn Jahren

Ab Mitte der 2020er Jahre tut sich der Prognose zufolge aber ein neuerliches Loch im Pensionssystem auf. Denn schon 2035 soll der Bundesbeitrag bei fünf statt nur vier Prozent des BIP liegen. In weiterer Folge soll der Zuschuss des Bundes dann nicht wie geplant sinken, sondern bis 2050 weiter auf fast sechs Prozent ansteigen. Damit wäre der Bundesbeitrag im Jahr 2060 doppelt so hoch wie 2004 angepeilt.

Die Gründe dafür sind vielfältig: So steigt die Lebenserwartung deutlich stärker als dies 2004 erwartet wurde. Gleichzeitig dürften die Österreicher aber auch 2060 noch deutlich vor dem 65. Geburtstag in Pension gehen: Das Antrittsalter soll demnach zwar bis 2030 relativ stark ansteigen (von 57,8 auf 61 Jahre bei Männern, von 55 auf 60 Jahren bei Frauen), danach aber nicht mehr wesentlich zulegen.