Erstellt am 14. September 2016, 12:17

Doskozil will 9.800 Jobs bis 2020 schaffen. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) will bis 2020 insgesamt 9.800 Jobs beim Bundesheer schaffen. Insgesamt 1,7 Mrd. Euro sollen zudem in Geräte und Infrastruktur investiert werden. Die zuvor bereits angekündigte Aufwertung des Heeres begründete der Minister unter anderem mit steigender Terrorgefahr und Migrationsbewegungen.

 |  APA (Archiv)

"Der Terror ist in Europa angekommen", rechtfertigte Doskozil abermals die Investitionen und die Joboffensive beim Heer. Deutlich machen soll dies auch ein neues Werbevideo auf YouTube, das um neue Mitarbeiter wirbt. Konkret will das Ministerium in den kommenden vier Jahren 3.800 Berufssoldaten und -soldatinnen neu aufnehmen. Dazu kommen 1.200 bis 1.400 Pensionsabgänge, die neu besetzt werden sollen. Etwa 300 Zeitsoldaten können zudem jährlich nachbesetzt werden.

Alles in allem handle es sich bei der Restrukturierung des Heeres um ein "rundes Paket", betonte Doskozil - "wenn wir auch das entsprechende Personal für diese Aufgabenstellungen haben". Anreiz solle etwa auch ein attraktives Gehalt für Berufssoldaten sein: 2.000 Euro brutto verdient ein Kaderanwärter oder eine -anwärterin pro Monat während der 18-monatigen Unteroffiziersausbildung. 5.000 Euro ein ausgebildeter Einsatzpilot am Eurofighter.

Mittelfristig soll der Anteil der Soldatinnen auf zehn Prozent erhöht werden, plant das Ministerium. Dies auch mittels "Girl's days" und in einem zweitägigen "Girls Camp". Die Militärmusik solle sogar in Schulen und bei Messen um Mitglieder werden. Acht bis zehn Piloten sollen jährlich aufgenommen werden sowie mindestens 20 Ärzte. Ein weiterer Schwerpunkt Doskozils liegt auf der Cyber Defence, wo IT-Experten dauerhaft für das Heer gewonnen werden sollen.

Schon jetzt zeige das Werben um neue Mitarbeiter Wirkung: 523 Interessenten mehr habe es 2016 im Vergleich zum gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr gegeben. Der Verteidigungsminister setzt bei der angestrebten Aufwertung des Bundesheers vor allem auf den Präsenzdienst. "Der Grundwehrdienst ist für uns ein ganz wichtiges Element", bekannte er sich dazu. Auch der jüngste Trend zeige, dass die Anträge zum Zivildienst zurückgingen - zugunsten des Grundwehrdiensts.