Erstellt am 26. Oktober 2011, 15:02

Bekenntnis zur Neutralität am Nationalfeiertag. Der heurige Nationalfeiertag hat wetterbedingt weit weniger Schaulustige angezogen als in den Jahren davor. Die politischen Botschaften blieben aber die selben wie immer: Ein allgemeines Bekenntnis zur Neutralität gewürzt mit schönen Worten für Land, Leute und Soldaten.

Das offizielle Österreich beging den 26. Oktober wie gewohnt zunächst mit einer Kranzniederlegung in der Krypta im Burgtor. Danach folgten ein Sonderministerrat mit Ansprachen durch Bundespräsident, Kanzler, Verteidigungsminister und Bürgermeister sowie eine Angelobung von Rekruten. Ab Mittag öffneten Hofburg, Parlament und diverse Regierungsgebäude ihre Pforten zu einem Tag der offenen Tür. Am Heldenplatz wurden laut dem Wiener Militärkommando seit der Landung der Hubschrauber vergangenen Donnerstag bis Mittwochabend rund 650.000 Besucher erwartet und damit um 100.000 weniger als im Vorjahr.

Das verregnete Wetter machte sich schon von Beginn an bemerkbar. Der Andrang bei der Angelobung der rund 1.400 Rekruten am Heldenplatz war geringer als in früheren Jahren. Die Ansprachen drehten sich hingegen wie schon im Jahr davor zum Teil um die Wehrpflicht. Während Verteidigungsminister Darabos für eine Umstellung auf ein Berufsheer warb, verwies Bundespräsident Fischer auf die "zentrale Rolle der verfassungsmäßig verankerten Wehrpflicht" für das Bundesheer.

Die Erwähnung der Wehrpflicht durch Bundespräsident Fischer wurde im Publikum mit Applaus goutiert. Verteidigungsminister Darabos verwies hingegen einmal mehr auf die politischen Veränderungen in der Welt. Das Bundesheer müsse auf neue Herausforderungen vorbereitet werden.

Bundeskanzler Faymann stellte ins Zentrum seiner Ansprache den gesellschaftspolitischen Zusammenhalt. Österreich sei Vorbild darin, bei Konflikten das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen. Die Soldaten des Bundesheeres lobte er dafür, dass sie immer zur Stelle seien, wenn "Menschen, Tiere und Gebäude" in Gefahr seien. Allen Rednern gemeinsam war die Bekenntnis zur Neutralität.