Erstellt am 13. Oktober 2011, 13:19

Berlakovich will E10 ab 2012, ARBÖ und AK dagegen. Die Diskussion um die geplante Einführung des umstrittenen Treibstoffs E10 (Benzin mit knapp 10 Prozent Ethanol-Beimischung) in Österreich ist wieder neu entflammt. Umweltminister Berlakovich plant, ab nächstem Herbst Tankstellen den Verkauf des "Biotreibstoffs" vorzuschreiben.

Der Autofahrerclub ARBÖ sowie die Arbeiterkammer (AK) äußerten am Donnerstag einmal mehr massive Bedenken.

Sie wiederholten den Slogan "Lebensmittel gehören auf den Teller und nicht in den Tank". Nach Ansicht des ÖAMTC ist es noch zu früh, um zu polemisieren und das Thema abzuschreiben. Neben den Risiken sieht man dort auch Chancen. Der ARBÖ startet heute eine Kampagne und sammelt auf seiner Homepage () Unterschriften gegen den Plan des Umweltministers.

Der Club sowie die AK verwiesen auf die zusätzlichen Kosten, die die Einführung von E10 verursache würde. Laut ARBÖ würde die Beimengung des aus Mais, Getreide oder Zuckerrüben gewonnenen Kraftstoffzusatzes den Literpreis von Benzin um bis zu vier Cent erhöhen. Bei der AK spricht man von zusätzlichen Kosten von 2,5 Cent pro Liter. Auch für den ÖAMTC darf es durch die Einführung zu keiner Teuerung für die Konsumenten kommen. Der Club fordert eine Mineralölsteuer-Reform und schlägt vor, zurück auf einen Basis-Steuersatz pro Spritsorte zu gehen und den Bio-Anteil de facto steuerfrei zu stellen.