Erstellt am 14. Juni 2012, 13:37

Beyrer verlässt ÖIAG und wechselt nach Brüssel. ÖIAG-Chef Markus Beyrer verlässt nach einem knappen Jahr wieder die Staatsholding. Er soll am Freitag zum Generaldirektor der EU-Sozialpartnerorganisation Businesseurope gekürt werden, den Job aber erst im Herbst antreten.

Aus Finanzministerium und ÖIAG heißt es dazu nur "kein Kommentar", dieses vom "profil" an die Öffentlichkeit gebrachte Szenario wurde der APA aber von mehreren Seiten bestätigt. Beyrer bestätigte dies auch selber gegenüber der "ZiB". Er hatte erst im Juli 2011 den Posten als ÖIAG-Alleinvorstand angetreten. Davor war er Generalsekretär der Industriellenvereinigung - dem österreichischen Mitglied von Businesseurope. Seiner Bestellung als ÖIAG-Chef war eine politische Debatte vorausgegangen, ob man die ÖIAG, Staatsholding für nur mehr drei börsenotierte Unternehmen (Post, OMV, Telekom Austria) auflösen oder ausbauen solle. Diese Diskussion könnte nun eine Neuauflage erleben.

Im ersten Schritt gehen die Interpretationen über die Ursachen von Beyrers Jobwechsel auseinander. Während Kritiker meinen, er sei aus der ÖIAG hinauskomplimentiert worden, sagen seine Unterstützer, Beyrer habe das Angebot, einen Verband mit 20 Millionen Mitgliedsbetrieben und gesamteuropäischem Einfluss zu lenken, überhaupt nicht ausschlagen können.

Beyrer war während seiner Amtszeit umstritten. Die Kritik richtete sich allerdings weniger auf seine Tätigkeit als ÖIAG-Chef und damit Aufsichtsratsvorsitzender der staatlichen Beteiligungen OMV, Telekom Austria und Post. Strittig war vor allem seine Rolle als Vorsitzender einer Kommission zur Aufklärung von Korruptionsvorwürfen in der Telekom Austria, weil er früher selber als IV-Generalsekretär auf Einladung des Unternehmens an Jagden teilgenommen hatte. Beyrer verwies darauf, dass solche Einladungen für einen IV-Vertreter üblich und erwartet waren.