Erstellt am 10. Mai 2013, 12:08

Bienensterben: SPÖ für rasches Pestizidverbot. Für die rasche Umsetzung eines Verbots von Neonicotinoiden tritt die SPÖ Burgenland ein.

 |  NOEN, ROBERT JAEGER (APA)
Internationale Studien würden den Zusammenhang zwischen dem Einsatz der Pflanzenschutzmittel und dem Bienensterben belegen, erklärte LAbg. Werner Friedl, Sprecher für den ländlichen Raum, am Freitag in Eisenstadt vor Journalisten. Die Auswirkungen des Einsatzes von Neonicotinoiden seien weitreichend und gingen über die jeweils mit den Pflanzenschutzmitteln behandelte Kultur hinaus, berichteten burgenländische Imker.

"Kleine und mittlere Bauern, die nicht auf Monokulturen setzten, sind auf einen Ersatz schädlicher Beizmittel gar nicht angewiesen", argumentierte Friedl: Biologische Alternativen zu diesen gefährlichen Mitteln seien längst erprobt und erfolgreich im Einsatz. SP-Naturschutzsprecher Josef Loos forderte eine Trennung der Umweltschutz- und der Landwirtschaftsagenden in der künftigen Ressortverteilung auf Bundesebene.

"Die Probleme mit diesem Beizmittel liegen in erster Linie bei den Monokulturen", stellte der Vorsitzende der SPÖ-Bauern, Stefan Hauser, fest: "Der Schaden für kleine Landwirte hält sich in Grenzen."

Neonicotinoide würden systemisch wirken: "Wenn eine Pflanze mit diesem Mittel in Kontakt kommt, verteilt es sich in alle Zellen und die gesamte Pflanze wird giftig", erläuterte Imker Konrad Schneider, ehemaliger Landesobmann des Bienenzuchtverbandes. Neonicotinoide würden in der konventionellen Landwirtschaft in allen Kulturen angewendet.

Die Halbwertszeit dieser Mittel liege bei 1.300 Tagen und somit bei fast vier Jahren, so Schneider. Werde beispielsweise Mais angebaut und im Jahr darauf Buchweizen, "dann sind diese Pflanzen eine potenzielle Gefahr für unsere Bienen, weil sie dieses Neonicotinoid beinhalten."

Sind vergiftete Pollen einmal in den Bienenstock gelangt, werde das Volk anfällig für Bakterien und Viren sowie für die Varroamilbe. Auf die Dauer würden dadurch die Bienenvölker geschädigt, wies dies heuer im Frühjahr passiert sei. "Vor 14 Tagen sind meine Flugbienen verschwunden", dies sei "über Nacht" geschehen, schilderte Schneider, der sich für umfangreichere Untersuchungen aussprach: Nicht nur Pollen, auch die Pflanzen sollten untersucht werden, sonst handle es sich um "eine Alibiaktion".

Bis Dienstag voriger Woche seien die Bienen ganz normal entwickelt gewesen: "Wir haben heuer wunderschön ausgewintert", berichtete Berufsimker Manfred Supper. Innerhalb von zwei Tagen seien dann alle Flugbienen weg gewesen. In den Stöcken seien nur mehr die Jungbienen zurückgeblieben. "Das Problem gibt es heuer das dritte Mal. So etwas ist für einen Erwerbsimkerbetrieb natürlich existenzbedrohend."

Dabei werde in der Gegend, wo seine Stöcke stehen, kein Mais, sondern Raps angebaut. Dieser werde seit drei Jahren mit Neonicotinoiden gespritzt. Der Sprühnebel werde auch in Obstbäume oder in den Löwenzahn neben den Rapsfeldern vertragen. Betroffen sei somit "alles, was da rundherum blüht", so Supper. Auf Neonicotinoide, die beim Raps eingesetzt würden, würden die zur AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) eingesandten Proben gar nicht untersucht, erläuterte der Berufsimker.