Erstellt am 16. März 2014, 07:33

Bildungskarenz: Kein Ende des Booms. Die Bildungskarenz boomt, die neue Bildungsteilzeit hat dagegen noch nicht so recht eingeschlagen.

Das zeigt die Bilanz für das Vorjahr. Bei der Bildungskarenz verzeichnete das Sozialministerium mit knapp 21.900 Beziehern von Weiterbildungsgeld einen neuen Rekordwert. Die Bildungsteilzeit, die man erst ab Juli in Anspruch nehmen konnte, hatte dagegen nur 1.759 Nutzer. An sich hätte man erwarten können, dass es mit der Bildungskarenz bergab geht. Denn mit Mitte vergangenen Jahres traten etwas verschärfte Zugangsbestimmungen in Kraft. Weiterbildungsgeld bekommen nur noch jene, die davor zumindest geringfügig beschäftigt waren. Zudem muss ein Studium nun nicht mehr nur durch die Inskription sondern auch durch die Teilnahme an einzelnen Übungen bestätigt werden. Konkret sind vier Semesterstunden bzw. acht ECTS-Punkte nachzuweisen.

Ziel hinter der Maßnahme ist, Missbrauch vorzubeugen. Denn bisher gab es durchaus Fälle, wo Arbeitnehmer bloß inskribierten und sich dann ausgestattet mit dem Weiterbildungsgeld ohne jegliche Studientätigkeit eine schöne Zeit finanzierten. Allzu abschreckend dürfte diese Einschränkung nicht gewesen sein, umso mehr als man nur die Teilnahme und nicht den positiven Abschluss der Uni-Kurse nachzuweisen hat.

2007 gerade einmal 2.881 in Bildungskarenz

So kamen 2013 letztlich 21.919 Fälle von Bildungskarenz zusammen. Im Jahr davor waren es bloß 19.886. Auch das war ein Rekord. Denn seit es die Bildungskarenz gibt, ist sie noch jedes Jahr angestiegen. Zum Vergleich: Am Anfang, also 2007 wurde gerade einmal 2.881 Mal Weiterbildungsgeld ausgeschüttet.

Noch wesentlich jünger ist die Bildungsteilzeit. Sie trat erst Mitte vergangenen Jahres in Kraft. Im Gegensatz zur Bildungskarenz ist es bei der neuen Bildungsteilzeit möglich, neben einer Ausbildung weiterzuarbeiten und damit weiterzuverdienen. Die Arbeitszeit muss jedoch um mindestens 25 Prozent, höchstens um 50 Prozent reduziert werden. In Anspruch nehmen kann man die Bildungskarenz zwischen vier Monaten und zwei Jahren.

Die Popularität der Karenz hat die Teilzeit jedenfalls vorerst noch nicht. Nur 1.759 Personen nahmen in den sechs möglichen Bezugsmonaten 2013 das Bildungsteilzeitgeld in Anspruch. Aufs Jahr hochgerechnet wären das gut 3.500 und damit nur ein Bruchteil der Nutzer der Bildungskarenz.