Eisenstadt

Erstellt am 26. Oktober 2016, 06:00

von Alexandra Gollubics-Prath

Schul-Reform mit Fragezeichen. Die vom Bund geplante größere „Freiheit“ für Schulen findet im Burgenland generell Anklang – jedoch mit Nebengeräuschen.

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Das von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) präsentierte Schul-Autonomiepaket stößt im Burgenland auf „grundsätzlich positive“ Resonanz — von Jubel ohne Wenn und Aber kann aber freilich nicht die Rede sein.

Nur eher leise fällt die Kritik vom amtsführenden Landesschulratspräsidenten Heinz Josef Zitz aus, der sich selbst als „Befürworter der Reform und von mehr Autonomie“ bezeichnet. Teile der Reform, wie etwa der Zusammenschluss mehrer Schulen, seien im Burgenland ohnehin schon gelebte Praxis.

Was er allerdings vermisst – und „bereits in einem Schreiben ans Ministerium deponiert hat“: Falls sich ein Direktor bei der Lehrerauswahl, etwa aus privaten Gründen, befangen fühlt, soll er „an die jeweilige Behörde delegieren“ können.

Angst vor „Sparpaket durch die Hintertür“

Von einem Sparpaket durch die Hintertür spricht die Gewerkschaft im Bund – Befürchtungen, die auch beim Landesvorsitzenden der Pflichtschullehrer-Gewerkschaft, Johann Farkas, durchschimmern.

Mehr Autonomie sei „grundsätzlich positiv“, Probleme könnten aber unter anderem durch eine Abschaffung der Klassenschülerhöchstzahl entstehen, vor allem für kleinere Schulen. Hier brauche es eine bedarfsgerechte Ressourcenzuteilung. „Ohne mehr Geld und mehr Ressourcen wird es nicht gehen“, so Farkas.

Die Ankündigungen seien „recht gut“, räumt Alfred Handschuh, Elternvereins-Landesobmann, ein. Wie man in der Praxis damit umgehe, sei aber oft „ein anderes Paar Schuhe“. Aus seiner Sicht fehlen noch „Signale, die Schulpartnerschaft einzubinden“, sprich Eltern-, Schüler- und Lehrervertretung, denn „nur gemeinsam geht es“.