Erstellt am 17. November 2015, 15:54

von APA/Red

Bildungsreform: Niessl sieht noch Potenzial nach oben. "Mir ist es recht, dass es diese Ergebnisse gibt. Aber da gibt es natürlich noch viele Möglichkeiten nach oben", kommentierte Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) am Dienstag den Ausgang der Gespräche zur Bildungsreform.

Landeshauptmann Hans Niessl  |  NOEN, Fenz/BVZ
Im Verwaltungsbereich gebe es kaum Veränderungen. Positiv findet er etwa die Schulautonomie und die Objektivierung der Leiterbestellungen.

Bisher gab es die Bundesbehörde Landesschulrat, nun komme eine gemeinsame Behörde von Land und Bund: "Insofern hat sich nicht allzu viel im Verwaltungsbereich wirklich verändert", so Niessl.

Im Burgenland habe man sowohl die Pflichtschullehrer als auch die Lehrer der mittleren und höheren Schulen im Landesschulrat gebündelt. "Wir haben das seit zehn Jahren, jetzt hat der Bund auch die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen", meinte Niessl. Fünf Bundesländer hätten "gewartet, bis der Bund aktiv wird".

Auch bei den Modellregionen sieht der Landeshauptmann das Burgenland in einer "Vorreiterfunktion": In den Bezirken Jennersdorf und Güssing gebe es bereits keine AHS, sondern nur mehr die Neue Mittelschule. Man rechne nun aus, "ob wir nicht schon über den 15 Prozent sind". Das verpflichtende zweite Kindergartenjahr gebe es im Burgenland praktisch bereits, "weil 99,7 Prozent der Drei- bis Fünfjährigen im Burgenland den Kindergarten besuchen".

"Schulautonomie als guter Ansatzpunkt"

Die Schulautonomie sehe er "als sehr, sehr guten Ansatzpunkt", sagte Niessl. Er begrüße es, wenn die Direktoren aufgewertet werden und Schwerpunkte in den Schulen setzen könnten. Auch die Befristung auf fünf Jahre finde er gut, diese gebe es in der Landesverwaltung bereits in vielen Bereichen.

"Ausdrücklich für gut" halte er es, Konzepte für die Elementarpädagogik zu entwickeln, denn diese sei bis jetzt unterbewertet: "Was die Ausbildung der Kindergartenpädagoginnen und die Arbeitsbedingungen betrifft, da gibt es einen Handlungsbedarf."

Auf die Frage, wo man noch nachbessern könnte, meinte der Landeshauptmann, bei der gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen könnte man die Obergrenze von 15 Prozent bei den Modellschulen "deutlich anheben".