Erstellt am 27. Mai 2015, 17:05

von APA Red

Blaues Wahlkampffinish zwischen Einkaufswagerln. Die FPÖ Burgenland hat ihre Wahlkampftour am Mittwochnachmittag in Eisenstadt abgeschlossen.

Der burgenländische FPÖ-Chef Johann Tschürtz (r.) und FPÖ-Parteiobmann Heinz-Christian Strache am Mittwoch (27. Mai 2015) im Rahmen der FP-Wahlkampf-Abschlusstour in Eisenstadt. Foto: APA/Robert Jäger  |  NOEN, APA/Robert Jäger
Auf einem kleinen Platz im Einkaufszentrum Eisenstadt zwischen Cafe, Elektrohändler und Papierladen appellierten Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache und Spitzenkandidat Johann Tschürtz an die Besucher, am Sonntag die FPÖ zu wählen. Strache erhoffte sich zumindest ein zweistelliges Ergebnis.



In ihren Reden kamen sowohl Tschürtz als auch Strache etwa auf die Themen Asyl, Kriminalität, Arbeitslosigkeit und Armutsgefährdung zu sprechen.

Mit Kritik an der rot-schwarzen Landes- sowie Bundesregierung wurde nicht gespart. Der Landesparteichef etwa warnte vor "150 Millionen" Afrikanern, die nach Österreich kämen: "Das wird nicht gehen."

Außerdem würden "350.000 Ungarn und Slowaken" im Burgenland arbeiten wollen, so Tschürtz. Er betonte, dass nur die FPÖ bereits vor fünf Jahren burgenländische Arbeitsplätze für burgenländische Arbeitnehmer gefordert habe. "Irgendwann muss man Stopp sagen", stellte er fest.

Zweistelliges Ziel, Warnung vor "Splitterpartei"

Gewarnt hat Tschürtz auch vor einer Wählerstimme für eine "Splitterpartei" wie Bündnis Liste Burgenland (LBL) mit den ehemaligen Freiheitlichen Manfred Kölly und Wolfgang Rauter. LBL zu wählen wäre eine "verlorene Stimme".

Strache sieht am 31. Mai die Chance auf ein zumindest zweistelliges Ergebnis. Er erhofft sich "deutlich über zehn Prozent", "am besten in Richtung 15 Prozent". Dann gäbe es eine Bewegung, bei der man nicht zur Tagesordnung übergehen könnte.

An die freiheitlichen Anhänger appellierte er, die nächsten Tage noch die Ärmel aufzukrempeln und andere zu überzeugen, zur Wahl zu gehen: "Wer zu Hause bleibt, hat fünf Jahre Schimpfverbot."

"Offensive gegen Rechts" protestierte gegen Strache

Inhaltlich kritisierte der Parteiobmann mangelnde Reformen in der Verwaltung, die kalte Progression, "Zwangsverordnungen" wie das Rauchverbot oder mangelnde Transparenz beim Staat. Rot und Schwarz hingegen beschäftigten sich mit dem "Genderwahnsinn", so Strache.

Zum Thema Flüchtlinge betonten beide, das Problem müsse am jeweiligen Kontinent gelöst werden. Strache forderte außerdem, die Entwicklungshilfe "zu überdenken" und forderte projektbezogene Hilfe.

Zu sprechen kam der FP-Chef auch kurz auf einen Bericht des Wochenmagazins "News" über seinen Kontakt zu einer Wahrsagerin. Hierzu versicherte er: "Ich bin nicht verhext."

Gegen Straches Auftritt in Eisenstadt protestierte am Mittwochnachmittag die "Offensive gegen Rechts" mit einer kleinen Aktion. Diese fand allerdings am Domplatz im Stadtzentrum statt.