Erstellt am 27. Februar 2012, 16:28

Blecha: Staatliche Prämie komplett streichen. Karl Blecha, Präsident des SP-Seniorenrates und Pensionistenverbandes, kann sich offensichtlich mit den Vorschlägen von ÖVP-Chef Michael Spindelegger, die zweite und dritte Säule der Pensionsvorsorge attraktiver zu gestalten, ebenfalls anfreunden:

"Besser wäre es gewesen, die staatliche Prämie für die 'drittklassige Grasser-Rente' komplett zu streichen und die Versicherungen aufzurufen, ein attraktiveres Modell zu entwickeln, welches ohne staatliche Prämien garantierte Erträge bringt", so Blecha am Montag zu den Plänen der ÖVP.

Das derzeitige private Pensionsvorsorgemodell sei "nachweisbar äußerst unattraktiv", so Blecha. Den jungen Menschen sei jahrelang Sand in die Augen gestreut worden. "Ihnen wurden Horrorgeschichten über das angeblich so unsichere staatliche Pensionssystem erzählt, nur damit die Versicherungen zu ihren Abschlüssen kommen. Heute wissen wir, dass die Privatpensions-Verträge schlechtere Erträge liefern als ein normales Sparbuch", betont Blecha. Ein maßgeblicher Grund dafür seien auch die Kosten. Die derzeit angebotenen Produkte seien "weder transparent, noch flexibel noch kostengünstig", sodass am Ende der Laufzeit kaum von einer sinnvollen Altersvorsorge gesprochen werden könne.

Hinsichtlich der zweiten Pensionssäule, den Firmenpensionen, verweist Blecha auf ein bereits "fix und fertig vorliegendes Vorwegsteuermodell", mit dem die Attraktivität dieses Vorsorgemodells verbessert werden könnte. Dieses Modell werde von allen Pensionistenvereinigungen und den Pensionskassen unterstützt.

Dieses Modell sieht laut Blecha vor, dass bereits in Pension befindlichen Leistungsberechtigten das gesamte Pensionskassen-Kapital zum nächsten Bilanzstichtag mit dem Halbsteuersatz vorweg besteuert wird. Im Gegenzug wären die laufenden Pensionszahlungen steuerfrei zu stellen. Die Anwendung dieses Modells sollte als Option in einer zeitlich befristeten Sonderlösung möglich gemacht werden. Durch die dramatischen Verluste von bis zu 45 Prozent in 12 Jahren für viele Pensionsbezieher herrscht laut Blecha "akuter Handlungsbedarf". Das Vorwegsteuermodell würde zwischen 400 und 500 Mio. Euro in den Steuersäckel spülen, "die die Finanzministerin so notwendig braucht".