Erstellt am 22. April 2012, 14:33

Blecha und Khol kämpfen für Kleinst-Pensionisten. Trotz der im Sparpaket beschlossenen Pensionsanpassung unter der Inflationsrate für die kommenden beiden Jahre fordern die beiden Präsidenten des Seniorenrates, Karl Blecha (S) und Andreas Khol (V), für die kleinen Pensionen eine volle Wertanpassung.

In der ORF-"Pressestunde" kündigten die beiden Seniorenvertreter am Sonntag an, dass sie darüber mit der Bundesregierung im Herbst verhandeln wollen.

Unternehmen, die ihre Mitarbeiter in die Frühpension "mobben", sollten die Kosten für die Frühpension tragen, so die beiden Alt-Politiker. Mit dem Sparpaket wurde beschlossen, dass die Pensionen 2013 einen Prozentpunkt unter der Teuerungsrate angepasst werden, 2014 um 0,8 Prozent darunter. Die beiden Seniorenvertreter kündigten nun an, dass sie dies für kleine Pensionisten verhindern wollen.

Bei Klein- und Mindestpensionen von 950 bis 1.000 Euro verlangen sie die volle Wertanpassung, die laut ihrer Einschätzung bei rund 2,6 Prozent liegen dürfte. Je höher die Pension ist desto größer könnte dann die Kürzung ausfallen. Niemand sollte aber gar nichts bekommen. Khol und Blecha zeigten sich zuversichtlich, dass sie sich mit dieser Forderung bei der Regierung durchsetzen werden, offen sind für sie nur noch die Grenzen, ab welcher Pensionshöhe welche Anpassung wirksam werden soll.

Einig sind sich Khol und Blecha auch in der Forderung, dass Betriebe, die Menschen in die Frühpension drängen, dafür zahlen sollten. Ihrer Auffassung nach sollten solche Unternehmen die Kosten der Frühpension bis zum Erreichen des Regelpensionsalters des Mitarbeiters übernehmen. Grundsätzlich drängen die beiden Seniorenvertreter, die Arbeitswelt altersgerechter zu gestalten, um das faktische Pensionsantrittsalter zu erhöhen. Für ältere Menschen müssten entsprechende Jobs geschaffen werden und es müsse ihnen auch die Möglichkeit gegeben werden, länger zu arbeiten.

Mit den geplanten Neuerungen für Invaliditätspensionen, dem de facto Auslaufen der Hackler-Pension ab 2014 und dem Pensionskonto wird nach Auffassung der beiden Seniorenrats-Präsidenten das Pensionssystem nachhaltig gesichert. Mit diesen Maßnahmen werde das faktische Pensionsantrittsalter um zwei bis 2,5 Jahre ansteigen und ein Jahr bringe rund eine Milliarde Euro an Einsparungen, sagten sie. Eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters kommt für beide derzeit nicht in Frage, auch kein Automatismus mit dem etwa bei steigender Lebenserwartung das Alter, oder die Beiträge verändert werden könnten.