Erstellt am 01. Dezember 2014, 19:17

von APA/Red

EUFOR-Komnandant Luif in Eisenstadt verabschiedet. Burgenlands Militärkommandant Brigadier Johann Luif übernimmt am 17. Dezember das Kommando über die EUFOR/ALTHEA-Mission in Bosnien.

Burgenlands Militärkommandant Johann Luif  |  NOEN, Müllner
Ein Ende des EUFOR-Einsatzes sei zur Stunde nicht absehbar, sagte Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) bei der Verabschiedung Luifs am Montag in Eisenstadt.

600 Soldaten aus 21 Nationen unterstehen Luif

Der Burgenländer - im künftigen Einsatzraum unterstehen ihm unmittelbar 600 Soldaten aus 21 Nationen, darunter knapp über 300 Österreicher - kann auf Auslandserfahrung verweisen: Luif war 2011 stellvertretender Kommandant der Friedensmission im Kosovo.

Zu den Aufgaben von EUFOR zähle aufgrund des Vertrages von Dayton die Unterstützung der bosnischen Behörden bei der Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung im Land. Hierbei seien die Mittel schon "sehr beschränkt", ein Bataillon Soldaten stehe dafür zur Verfügung, so Luif. Das Österreichische Bundesheer unterstütze die bosnische Armee im Rahmen von EUFOR auch bei der Ausbildung. Eine weitere Aufgabe bilde die Minenbeseitigung: "Bosnien ist jenes Land auf der Welt, das die größte Minendichte hat. Dort ist also noch sehr viel zu tun."

Auch Tausende Tonnen Waffen und Munition aus den Beständen der einstigen Jugoslawischen Volksarmee, die sich in Lagern mit "niedrigem Standard" befänden, gelte es zu entsorgen beziehungsweise zu verwerten, so der Brigadier, der sich bereits in der Vorwoche zu einer ersten Einweisung in Bosnien aufgehalten hat. Dabei sprach er auch mit seinem Vorgänger, dem österreichischen Generalmajor Dieter Heidecker.

"EUFOR hat einen hohen Stellenwert in diesem Land"

"EUFOR hat einen hohen Stellenwert in diesem Land bei allen drei Ethnien. Es gibt keine Probleme zwischen den Soldaten und der Bevölkerung", sagte Luif. "Gerade das österreichische Bundesheer und das österreichische Hoheitsabzeichen ist hoch geschätzt", weil Österreich in Bosnien über EUFOR hinaus bei der Flutkatastrophe einen wesentlichen Beitrag bei der Flutkatastrophe geleistet habe - etwa durch die Entsendung von Pioniereinheiten, um die bosnische Armee das Bauen von Brücken zu lehren.

Das Bundesheer sorge - bei allen Problemen, die es im Inland gebe - dafür, dass das österreichische Kontingent über Blackhawk-Hubschrauber verfüge. Diese hätten bei der Flutkatastrophe sehr viele Menschen von den Hausdächern gerettet: "Und das vergisst die Bevölkerung dort unten nicht", so Luif.

Es sei einfacher, in Ortschaften zu fahren, wo man vorher geholfen habe: "Dort ist man willkommen und diese Leute vertrauen den Soldaten von EUFOR", sagte der Brigadier: der Brigadier: "Wir wollen versuchen, dass wir die Lage so weit im Griff behalten, dass den Politikern die Möglichkeit besteht, nach den Neuwahlen vom 12. Oktober nunmehr Regierungen auf allen Ebenen zu schaffen, die dieses Land auch weiterbringen."

"Auch 20 Jahre nach dem Krieg" müsse man noch dortbleiben

Wenn man die Berichte des internationalen Bosnien-Beauftragten Valentin Inzko oder der UNO lese, müsse man leider feststellen, "dass die politische Entwicklung sehr langsam vor sich geht. Deshalb müssen wir auch noch dortbleiben, auch 20 Jahre nach dem Krieg", meinte Luif. Bosnien habe es noch nicht aus sich heraus geschafft, vom Friedensvertrag von Dayton zu einer eigenständigen Verfassung zu finden. "Das ist sehr unbefriedigend", auch die EU sei mit dem Zustand nicht zufrieden.

Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl überreichte Luif eine Auszeichnung des Landes als Dank und Anerkennung für dessen Leistungen im Sicherheitsbereich. Die Aufgaben Luifs im Burgenland übernimmt inzwischen Oberst Gerhard Petermann, der den Militärkommandanten auch schon während seines Einsatzes im Kosovo vertrat.