Erstellt am 06. Juni 2015, 09:17

Brandstätter legt SJ-Vorsitz zurück. Kilian Brandstätter, der Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Burgenland, tritt mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück.

Am Samstag verkündete Kilian Brandstätter, der im Bezirk Neusiedl ein Vorzugsstimmenmandat erobert hatte, seinen Rücktritt als SJ-Landesvorsitzender.  |  NOEN, BVZ
Nach dem Zustandekommen der rot-blauen Koalition gärt es bei der SJ im Burgenland: Landesvorsitzender Kilian Brandstätter, der die Zusammenarbeit von SPÖ und FPÖ befürwortet, erklärte am Samstag in einer Aussendung seinen Rücktritt. Brandstätter, der im Bezirk Neusiedl am See ein Vorzugsstimmenmandat geschafft hat, will sich nun auf seine Arbeit im Landtag konzentrieren.

 "Das ist mein freier Entschluss", sagte Brandstätter. Die Mehrheit der SJ-Mitglieder imBurgenland, mit denen er gesprochen habe, hätte seine Ansicht in puncto Zusammenarbeit von SPÖ und FPÖ nicht geteilt. Die Sozialistische Jugend im Bezirk Neusiedl am See, die schon am Dienstag erklärt hatte, SJ-Verbandsvorsitzende Julia Herr solle sich nicht in laufende Koalitionsgespräche einmischen, befürworte aber weiterhin eine Koalition mit der FPÖ.

"Der einzige Weg"

Nach Ansicht Brandstätters sei Rot-Blau "der einzige Weg", um "einen sozialen Kahlschlag im Burgenland zu verhindern". Rot-Grün ginge sich rechnerisch nicht aus. Rot-Grün-LBL (Bündnis Liste Burgenland) ginge sich zwar aus - doch hätten die Grünen es sich "leicht gemacht", indem sie Manfred Kölly als Koalitionspartner kategorisch ausgeschlossen hätten, argumentierte Brandstätter. Somit sei der SPÖ und Landeshauptmann Hans Niessl "keine andere Wahl" geblieben, als "schneller als die ÖVP" zu sein und mit der FPÖ einen Pakt einzugehen.

Leider sei seine Warnung, anderen Parteien nicht das Feld komplett zu überlassen und zusehen zu müssen, wie vieles, was hart erarbeitet wurde, wieder zerstört wird, bei der Mehrheit der Mitglieder der Sozialistischen Jugend im Burgenland nicht angekommen. Deswegen habe er sich dazu bewegt gefühlt, seine Funktion zurückzulegen.

Nachfolge soll am Sonntag entschieden werden

Bei der Landtagswahl hatte Brandstätter um Vorzugsstimmen geworben. Mit 2.686 Stimmen erreichte er im Bezirk Neusiedl am See hinter Niessl das zweitbeste Ergebnis und konnte sich das Vorzugsstimmenmandat sichern. Über seine Nachfolge soll am Sonntag in einer SJ-Landesvorstandssitzung entschieden werden.