Erstellt am 08. November 2013, 14:31

Breite Front gegen Gesamtschule. Ein klares Nein zur Gesamtschule ist am Freitag von Schüler-, Eltern- und Lehrervertretern der höheren Schulen gekommen.

Das differenzierte Schulwesen samt achtjähriger Gymnasien müsse beibehalten werden - sonst drohe Qualitätsverlust und eine höhere Jugendarbeitslosigkeit, warnten Vertreter des Bundesschulgemeinschaftsausschusses (BSG-A) bei einer Pressekonferenz in Wien.

"Viel gelobte" Finnen trotz Gesamtschule mit hoher Jugendarbeitslosigkeit

Werde die Vielfalt der Schultypen reduziert, setze man die Jobchancen der Jugend aufs Spiel, warnte Elternvertreter Theodor Saverschel. In Österreich mit seiner Differenzierung der Schüler in AHS und Hauptschule/Neue Mittelschule (NMS) mit zehn Jahren gebe es derzeit eine Jugendarbeitslosigkeit von 8,7 Prozent, im "vielgelobten" Finnland (Trennung mit 16) hingegen 20,2 Prozent.

Bei den Ganztagsschulen ist der BSG-A zwar für einen Ausbau - dabei müsse aber die Qualität stimmen. Schon jetzt würden 84 Prozent der AHS-Unterstufen ganztägige Angebote anbieten - großteils Mittags-/Nachmittagsbetreuung, ganz selten in verschränkter Form mit einem Wechsel aus Unterricht, Lern- und Freizeit. Großteils handle es sich aber nur um "Aufbewahrung", bemängelte Saverschel.

Bundesschulsprecherin forderte Klassen-Höchszahl auch an den höheren Schulen

Kolportierte Pläne, wonach künftig schon die Zustimmung von 50 Prozent anstelle derzeit zwei Drittel der Eltern und Lehrer für die Umstellung einer Klasse auf die verschränkte Form reichen soll, lehnt er daher ab. Denn während man in der Stadt auf andere Standorte ausweichen könne, würde dies am Land zur "Zwangsbeglückung" führen.

Einen weiteren Punkt sprach Bundesschulsprecherin Angi Groß von der ÖVP-nahen Schülerunion an: Endlich soll auch an den höheren Schulen die Höchstzahl von 25 Schülern pro Klasse eingehalten werden.

Haslauer-Vorschlag wird mit großer Skepsis betrachtet

Skeptisch zeigte der BSG-A sich auch zum von Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer, dem ÖVP-Verhandlungsführer bei den Koalitionverhandlungen zum Bildungsbereich, favorisierten Modell für die Zehn- bis 14-Jährigen: Es sieht vor, dass die NMS zur Regelschule wird und nur noch AHS-Standorte mit einer Spezialisierung in der Langform erhalten bleiben.

Für AHS-Lehrervertreter Eckehard Quin widerspricht dies dem Auftrag der AHS zur Allgemeinbildung. Außerdem würden ohnehin schon jetzt 70 Prozent der 10- bis 14-Jährigen Hauptschulen bzw. die aufgewertete Form der NMS besuchen.