Erstellt am 07. Oktober 2015, 06:12

von Werner Müllner

Bremse bei Energiewende. Die Bundesländer wurden in Sachen Energiewende miteinander verglichen. Das Burgenland landete trotz Topbewertung bei erneuerbaren Energien auf dem letzten Platz.

Neu. Vor dem Landhaus wurde kürzlich von Landesrätin As-trid Eisenkopf, Landeshauptmann Hans Niessl und Energie-BurgenlandVorstand Michael Gerbavsits eine Stromtankstelle eröffnet.  |  NOEN, BVZ
Der WWF (World Wide Fund for Nature) präsentierte eine Studie, die die Bemühungen der Bundesländer zum Klimaschutz und ihre Maßnahmen in Bezug auf die Energiewende erstmals direkt miteinander vergleichbar macht. Das ernüchternde Ergebnis: Das Burgenland ist Letzter.



Der Bundesländer-Energiewende-Index (BEX) beleuchtet die Bereiche Energieeffizienz, Gebäude, Verkehr, Energiepolitik und erneuerbare Energien.

„Burgenlands Energiewende ist wie ein Storch, der auf einem Bein steht. Ein ,Sehr gut‘ bei der Strombereitstellung aus Windenergie, aber in allen anderen untersuchten Bereichen ist wenig Engagement für die Energiewende festzustellen. Es fehlt ein umfassendes politisches Konzept. Aufholbedarf besteht besonders bei der thermischen Gebäudesanierung und beim öffentlichen Verkehr“, kritisiert WWF-Experte Karl Schellmann.

Energielandesrätin Astrid Eisenkopf (SPÖ) dazu: „Klar festzuhalten ist, dass das Burgenland im Bereich der erneuerbaren Energien an erster Stelle im Bundesländer-Vergleich steht und auch im Bereich der Effizienz im Spitzenfeld liegt.“

Ländliche Struktur verzerrt die Werte

Schlechter bewertet wurde beim BEX im Burgenland auch der Energieverbrauch der Gebäude – das ist natürlich vor allem auf die hohe Anzahl von Einfamilienhäusern im Land zurückzuführen. Im Bereich des Verkehrs hat das Burgenland – aufgrund der geografischen Ausdehnung – erhebliche Nachteile gegenüber den anderen Bundesländern.

„Die Gesamtverkehrsstrategie, an der alle Burgenländer aktiv mitgearbeitet haben und die zeitgemäße Lösungen für öffentliche Verkehrsangebote im ländlichen Raum beinhaltet, befindet sich derzeit in Umsetzung. Mit der etappenweisen Umsetzung wird nicht nur ein attraktives öffentliches Verkehrsnetz für die Burgenländer geschaffen, sondern auch aktive Klima- und Umweltpolitik gelebt“, so Eisenkopf. Die gesamte Energiestrategie werde als laufender Prozess verstanden.