Erstellt am 02. Dezember 2011, 14:12

Bund muss 2012 um ein Drittel mehr Geld aufnehmen. Um ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können, muss die Republik Österreich 2012 um mindestens 30 Prozent mehr Geld aufnehmen als in diesem Jahr.

Dies geht aus dem neuen Finanzierungsplan der Bundesfinanzierungsagentur ÖBFA hervor. Demnach ist für 2012 die Aufnahme von 27 bis 30 Milliarden Euro geplant, wovon 20 bis 24 Milliarden Euro auf neue Bundesanleihen entfallen sollen.

Aufgrund der günstigen Budgetsituation mussten heuer nur 21 Milliarden Euro aufgenommen werden, davon rund 16 Milliarden Euro über Bundesanleihen. Geplant waren ursprünglich 22 bis 25 Milliarden Euro, davon 16 bis 19 Milliarden Euro an Bundesanleihen. Die restlichen Finanzierungen erfolgen etwa über Schatzscheine (T-Bills) oder European Medium Term Notes (EMTN). Dabei handelt es sich um mittelfristigen Schuldverschreibungen mit Laufzeiten zwischen ein und zehn Jahren.

Der Anteil Österreichs am gesamten Aufnahmevolumen in Europa bleibe bei zwei Prozent, daran habe sich nichts geändert, so ÖBFA-Geschäftsführerin Martha Oberndorfer. "Wir belasten den Markt nicht nennenswert, damit spielen wir unseren Seltenheitswert aus", meinte die ÖBFA-Chefin. Für 2012 plant sie bis zu zwei syndizierte Emissionen bzw. monatliche Auktionen.

Österreich sei auch eines der Länder mit dem niedrigsten Refinanzierungsrisiko. In den kommenden zwölf Monaten würden nur rund 5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) fällig. Österreich habe damit international einen der konservativsten Werte. Im Eurozonen-Schnitt beträgt diese sogenannte "roll over ratio" laut ÖBFA-Unterlagen 10,1 Prozent. Für Italien liegt dies zum Beispiel bei 18,3 Prozent. Den höchsten Wert hat Portugal mit 21,2 Prozent.

"Österreich ist sehr vorsichtig aufgestellt, sehr stabilitätsorientiert", so Oberndorfer. Nicht konkret äußern wollte sich die ÖBFA-Chefin, ob sie damit rechnet, dass das Triple-A-Rating auch im kommenden Jahr gehalten werden kann. "Die Kommentare der Ratingagenturen waren bisher durchwegs positiv. Wichtig ist jetzt, das auch die Umsetzungen erfolgen", so Oberndorfer in Richtung Politik.