Erstellt am 17. Februar 2014, 12:52

Bundesheer erhöht Kontingent am Balkan. Österreich wird seine Truppen im Kosovo und in Bosnien aufstocken. Ab Sommer werden rund 130 Personen nach Bosnien entsandt. Die Beteiligung an der EU-Mission in der Zentralafrikanischen Republik erreicht mit sechs Mann ein eher geringes Ausmaß.

Die offizielle Entscheidung soll am Dienstag bekannt gegeben werden. Im Verteidigungsministerium wollte man die Zahlen nicht kommentieren. Nach dem Ministerrat am Dienstag will Außenminister Kurz gemeinsam mit Verteidigungsminister Klug die Entscheidung zu den Auslandseinsätzen des Bundesheeres bekannt geben, wie Kurz am Montag wissen ließ. Im Regierungsprogramm wurde die Entsendung von insgesamt 1.100 Soldaten festgelegt.

Zuständig für strategische Planung

Lange wurde über eine Beteiligung Österreichs in Zentralafrika spekuliert, nun fällt sie sehr begrenzt aus. Sechs Mann wurden bereits vergangene Woche in das strategisch-operative Hauptquartier der EUFOR-RCA-Mission der Europäischen Union verlegt. Dabei wird es auch bleiben, verlautete aus Bundesheer-Kreisen. Die Stabsoffiziere, die in Nordgriechenland stationiert sind, werden allerdings nie afrikanischen Boden betreten. In der Stadt Larissa sind sie für die Einsatzvorbereitung und strategische Planung zuständig und bleiben dort so lange, wie der EU-Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) dauert.

Bosnien-Einsatz für ein Jahr

Der Beschluss, das Kontingent in Bosnien aufzustocken, wurde bereits vor einem Jahr getroffen. 130 Soldaten werden dabei im Rahmen des sogenannten ORF-Bataillons (Operational Reserve Force-Bataillons) der NATO ab dem Sommer in dem Balkanland stationiert. Die ORF Bataillone wurden eingerichtet, um auf Spannungen und Krisen rasch durch Verstärkung der Einsatzkräfte reagieren zu können. Ihr Einsatz ist im Normalfall auf ein Jahr begrenzt.

Auch mit der Verstärkung der NATO-geführten KFOR-Truppe im Kosovo um 115 bis 130 Mann setzt Österreich klar seinen Balkan-Schwerpunkt fort. Gegenwärtig sind dort bereits 375 Österreicher im Rahmen der NATO-geführten Mission stationiert. Das ist der zahlenmäßig größte Auslandseinsatz des österreichischen Bundesheeres nach dem Abzug von den Golan-Höhen (UNDOF-Mission) im vergangenen Sommer, wo Österreich mit rund 370 Mann beteiligt war.

Mit der Aufstockung der Truppen im Kosovo und in Bosnien kommt das Militär der im Regierungsprogramm vorgesehenen Truppenstärke von 1.100 Mann in Auslandsmissionen deutlich näher. Im Moment sind 790 Soldaten in internationalen Missionen, 208 davon in Bosnien (EUFOR/ALTHEA-Mission), 375 im Kosovo (KFOR), 172 im Libanon (UNIFIL). Die restlichen im Ausland stationierten Personen verteilen sich auf Mali (EUTM), Georgien (EUMM), den Nahen Osten (UNTSO), Zypern (UNFICYP), Afghanistan (ISAF), die Westsahara (MINURSO), den Kongo (EUSEC), Syrien (OPCW JMIS), Westafrika (UNOWA) und Kroatien (RACVIAC).