St. Pölten , Güssing

Erstellt am 13. Juli 2016, 09:28

von APA Red

Kasernenverkauf wurde gestoppt. Das Bundesheer wird keine weiteren Kasernen mehr verkaufen. Die dafür zuständige Strategische Immobilien Verwertungs-, Beratungs- und Entwicklungsgesellschaft (SIVBEG) werde daher aufgelöst, bestätigte ein Heeres-Sprecher einen Bericht des Ö1-"Morgenjournals" am Mittwoch.

Kein Kasernenverkauf mehr.  |  APA (Archiv)

Verteidigungsminister Hans-Peter Doskozil (SPÖ) folge damit auch einer Empfehlung des Rechnungshofes. "Das Bundesheer muss wieder größer werden und wachsen können", zitierte das Bundesheer den Verteidigungsminister und weiter: "Dafür benötigen wir jede einzelne Liegenschaft."

Rund 370,6 Mio. Euro eingenommen

Kasernen seien eine wesentliche strategische Reserve, argumentierte Doskozil und begründete den Schritt auch mit der aktuellen Terrorbedrohung. Der Rechnungshof hatte bereits im Jahr 2010 die Errichtung der SIVBEG als weder erforderlich noch zweckmäßig kritisiert, da der Bund mit der BIG bereits über eine Verwertungsgesellschaft für seine Immobilien verfüge.

Die vom Heer vorgelegte Bilanz der SIVBEG: 159 Kasernen, Flugplätze, Übungsplätze, Lager, Garagen, Schießplätze und Stützpunkte wurden seit 2005 verkauft. Dabei wurde ein Gesamtwert von rund 370,6 Mio. Euro eingenommen.

Die wichtigsten Projekte seien der Verkauf der Kopal-Kaserne in St. Pölten-Spratzern, der Rainer-Kaserne in Salzburg-Elsbethen und der Hiller-Kaserne in Linz-Ebelsberg gewesen. Insgesamt wurden 159 Liegenschaften und Teilflächen mit ca. 13 Mio. Quadratmetern verkauft. Die Gründung der SIVBEG war ein Ergebnis der Bundesheer-Reformkommission.

Allerdings dürfte es noch einen weiteren Grund für die Auflösung der SIVBEG geben: Kritisiert wurde vom Rechnungshof auch, dass die Verwertungsgesellschaft des Bundesheers bei den Verkäufen unter ihrem ursprünglichen Ziel geblieben sei. Zudem hätte die Weiterführung zu hohe Kosten verursacht.