Erstellt am 15. Februar 2012, 06:15

Bundesheer muss 600 Millionen Euro einsparen. Das Sparpaket beschert dem Bundesheer Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe. Dem Militär werden bis 2016 mehr als 600 Millionen Euro gekürzt, wie aus einem Papier des Finanzministeriums hervorgeht.

Dabei musste das Bundesheer schon beim letzten Sparpaket 2011 herbe Einschnitte hinnehmen.

Wenn man diese mitrechnet, muss das Militär in nur sechs Jahren Einsparungen von mehr als einer Milliarden Euro verdauen. Damit sinkt das ohnehin vergleisweise niedrige Verteidigungsbudget weiter und liegt nur mehr ganz knapp über der magischen Grenze von zwei Milliarden Euro.

Die Soldaten müssen durch Gehaltskürzungen von bis zu 5,5 Prozent bzw. 1.163 Euro im Jahr 16 Millionen Euro im Jahr an Einsparungen erbringen. Weitere große Brocken der Einsparungen gehen ebenfalls zulasten der Bediensteten: Rund 20 Millionen jährlich durch die Nullrunde 2013 und die moderate Gehaltserhöhung 2014 sowie 30 Millionen jährlich durch den Aufnahmestopp. 26 Millionen Euro werden durch Kürzungen der Ermessensausgaben erbracht, das betrifft beim Bundesheer hauptsächlich Bauvorhaben, Sanierungen und die Instandhaltung von Gebäuden.

Dass dem Bundesheer durch das Sparpaket gröbere Einschnitte drohen, hatte Generalstabschef Entacher schon vor Wochen befürchtet. Im "Kurier" (Mittwochausgabe) spricht er von "kaum lösbaren Problemen" für das Bundesheer. Die von Verteidigungsminister Darabos angeordneten Pilotprojekte für ein Berufsheer sieht er damit als gestorben. Unmut über die Berufsheer-Pläne äußerte zuletzt auch Bundesheer-Gewerkschafter Wilhelm Waldner. Er kritisierte, dass Darabos trotz Budgetkürzungen in seine "unsinnigen Pilotprojekte" 30 Millionen Euro stecken wolle.