Erstellt am 15. Juni 2016, 06:00

von Carina Ganster und Wolfgang Millendorfer

Bundesheer: Reform bringt Jobs. Minister Doskozils Neustrukturierung bringt auch dem Militärkommando Burgenland eine Aufwertung.

Neue Struktur, neue Jobs für die Region. In der Montecuccoli-Kaserne in Güssing wird aufgestockt. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (kleines Bild) hat den Startschuss zur Reform gegeben. Fotos: BVZ/www.viennaslide.com  |  NOEN, © www.viennaslide.com
Nach der von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil durchgesetzten Beschaffungsoffensive des Österreichischen Bundesheeres entstehen zunächst in der Kaserne Güssing 100 neue Jobs.

Die Montecuccoli-Kaserne wird dann, mit insgesamt 360 Mitarbeitern, das Krankenhaus Güssing als größten Arbeitgeber der Region überholen. „Eine große Chance für das gesamte Südburgenland“, betonten auch Landesrätin Verena Dunst und SP-Nationalrat Jürgen Schabhüttl bei der vorwöchigen Präsentation.

Einsatztrupp im Süden und Jäger im Norden

Konkret wird eine schnelle Eingreiftruppe, die in Krisensituationen im In- und Ausland flexibel eingesetzt werden kann, aufgestockt. Aktuell bilden 33 Soldaten die sogenannte Kaderpräsenzeinheit, die um 100 Soldaten vergrößert werden soll.

„Bewerbungen von Männern, aber auch Frauen sind ab sofort willkommen. Auch ehemalige Zivildiener können sich bewerben“, erklärt Bataillonskommandant Thomas Erkinger. Ziel sei es, laut Militärkommandant Gernot Gasser, eine flexible Einheit für spezielle Aufgaben im In- und Ausland zu haben.

Ebenfalls neu: Das Militärkommando wird durch die Zuordnung des Jägerbataillons 1 in Eisenstadt oder Bruckneudorf – zusätzlich zum Jägerbataillon 19 in Güssing – gestärkt. Die Martin-Kaserne in der Landeshauptstadt ist für die Grundwehrdiener-Ausbildung zuständig und Träger der Miliz-Ausbildung.

Das Militärkommando ist zudem für den Katastrophenschutz und für die Mobilmachung verantwortlich. Mit der Reform und Umstrukturierungen im Ministerium will Doskozil das Bundesheer „fit machen für die nächsten Jahre, für die nächsten Jahrzehnte möglicherweise“, wie er zuletzt betonte. Nach dem Beschluss im Ministerrat soll es im Sommer in die Detailplanung gehen. Anfang 2017 will man den Plan in allen Bundesländern „ausrollen“.

Stichwort Miliz: Hier wird eine Alternative zum bisherigen Modell des „Zeitsoldaten“ geboten, das nur eine beschränkte Dienstzeit vorsieht. Dieses wird bestehen bleiben, jedoch soll es künftig auch ein „Lebensarbeitszeitmodell“ geben, das den Job bis zur Pension sichert.