Erstellt am 21. Dezember 2012, 10:32

Bundespolitiker büßten 2012 Vertrauen ein. Mit Ausnahme von Wissenschaftsminister Töchterle und Grünen-Chefin Glawischnig haben alle Bundespolitiker 2012 im Vergleich zum Vorjahr in der Bevölkerung an Vertrauen verloren.

Das geht aus dem aktuellen APA-OGM-Vertrauensindex hervor. Das größte Vertrauen hat 2012 Bundespräsident Fischer genossen, das wenigste der Dritte Nationalratspräsident Graf.

Für die Studie wurden 500 Österreicher ab 16 Jahren befragt. Der Index bildet ein Saldo aus "Vertrauen" und "kein Vertrauen" (in Prozent). Nur Glawischnig konnte deutlich an Vertrauen gewinnen (plus fünf Prozentpunkte), was sicher damit zusammen hänge, dass sie bzw. die Grünen von den Korruptionsskandalen als bestimmendes Thema nicht betroffen waren, erklärte OGM-Chef Wolfgang Bachmayer. Im Vertrauensranking liegt Glawischnig im Jahr 2012 aber mit -3 trotzdem im negativen Bereich.

Was das Vertrauen in Bundespolitiker im Jahr 2012 betrifft, führt Bundespräsident Fischer mit einem Saldo von +50 die Tabelle an. Ihm folgen Nationalratspräsidentin Prammer (+23), Wirtschaftsminister Mittlerlehner, Wissenschaftsminister Töchterle und Integrationsstaatssekretär Kurz mit je +10. Im positiven Bereich liegen von der SPÖ dann Frauenministerin Heinisch-Hosek (+4) und Sozialminister Hundstorfer (+2). Gleichauf mit Hundstorfer liegt Vizekanzler und ÖVP-Obmann Spindelegger. Er hat allerdings im Jahresvergleich mit -11 stark an Vertrauen eingebüßt.

Bundeskanzler Faymann (S) kommt auf ein negatives Vertrauenssaldo von -1 und hat im Vergleich zum Jahr davor an Vertrauen verloren (-5 Prozentpunkte). Das SPÖ-Regierungsmitglied mit dem geringsten Vertrauen in der Bevölkerung ist Verteidigungsminister Darabos (-36), im Jahresvergleich hat er zumindest nur einen Prozentpunkt weniger erreicht. Das Vertrauen in die beiden Klubobmänner der Regierungsparteien ist im Jahresvergleich auch gesunken. SPÖ-Klubchef Cap kommt auf ein Vertrauenssaldo von -15 (-5 Prozentpunkte), sein ÖVP-Amtskollege Kopf auf -28 (-5 Prozentpunkte).

Die Schlusslichter in der Tabelle bilden die Freiheitlichen Martin Graf (-57) und Parteichef Strache (-40). Sie beide haben auch am stärksten im Jahresvergleich verloren, Strache -16 und Graf -17 Prozentpunkte.

Zu den großen Verlierern zählt auch BZÖ-Chef Bucher mit einem Saldo von -25. Im Vergleich des Jahresdurchschnitts 2011 hat er auch noch -11 Prozentpunkte verloren.