Erstellt am 26. September 2011, 12:11

Bundesschulsprecherin fordert "Qualitätsampel". Eine Qualitätsüberprüfung von Schulen durch externe Experten fordert die neue Bundesschulsprecherin Conny Kolmann.

Damit sollen Defizite einer Schule aufgezeigt und die öffentliche Vergleichbarkeit zu anderen Schulen erleichtert werden. Das Ergebnis in acht Bereichen soll in Form einer "Qualitätsampel" illustriert werden und bei "gravierenden, nicht tolerierbaren Mängeln rotes Licht" geben.

Den vergangene Woche bekannt gewordenen Fall eines Direktors einer Linzer Volksschule, der mehrmals gegen einen Siebenjährigen tätlich vorgegangen sein soll, kritisierte die Bundesschülervertretung "aufs schärfste". "Wir können nicht nachvollziehen, warum der Direktor hier in Schutz genommen wird", so Schülerunion-Obmann Jim Lefebre. Generell gäbe es einen Zuwachs an Schülernotrufen, täglich gingen zehn Anrufe wegen Schülerproblemen ein.

Denen nimmt sich künftig vor allem die neue "Schülerchefin" Conny Kolmann an. Wie auch die ÖVP spricht sich die 18-jährige Wienerin gegen eine gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen aus. Sie hält das Konzept für "fragwürdig" und fordert die Erhaltung des differenzierten Schulsystems. "Ich merke bereits bei Drei- bis Sechsjährigen, wie schwierig es ist, mit Kindern aus unterschiedlichen Bildungsschichten zu arbeiten", so die Schülerin der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik Kenyongasse. "Es ist wichtig, auf individuelle Bedürfnisse eingehen zu können."

Diese sollen auch beim Übergang der Unterstufe zur AHS-Oberstufe bzw. BMHS oder Lehre berücksichtigt werden. Die BSV fordert einen "Talente- und Kompetenz-Check" im ersten Semester der achten Schulstufe, der 14-Jährige abseits von Noten auf ihre Selbst-, Sach- und Sozialkompetenz testen und ihre Talente offenbaren soll. Gleichzeitig fordert sie bessere Rahmenbedingungen für Junglehrer wie etwa ein höheres Einstiegsgehalt, eine flachere Gehaltskurve und realistische Weiterbildungsmöglichkeiten.