Erstellt am 19. August 2012, 09:54

Burgenländer entscheiden am 7. Oktober über 171 Ortschefs. Der 7. Oktober bringt den ersten bundeslandesweiten Urnengang seit zwei Jahren: Die Burgenländer entscheiden bei den Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen über die politischen Kräfteverhältnisse in den 171 Gemeindestuben.

Stärkste Kraft in den Kommunen ist derzeit die SPÖ, die über 88 Ortschefs verfügt. In 79 Gemeinden stellt die ÖVP den Bürgermeister. Die Liste Burgenland (LBL), die beim Urnengang 2007 noch als Freie Bürgerliste (FBL) antrat, hat zwei Ortschefs. Auch in Parndorf (Bezirk Neusiedl am See) und Rohr (Bezirk Güssing) werden die Bürgermeister von Listen gestellt.

Bei dem Urnengang gehe es für die SPÖ darum, ob man "die Bürgermeisterpartei des Burgenlandes" bleibe, hat Landeshauptmann Hans Niessl (S) bereits am Landesparteitag im Juni das Ziel definiert. Die SPÖ tritt in allen 171 Gemeinden an und will außerdem in 130 Orten mit Jugendkandidaten in den Gemeinderat einziehen. Auch der Frauenanteil soll nach der Wahl durch zumindest 100 zusätzliche Mandatarinnen steigen. Als einzige Partei im Burgenland stellt die SPÖ - derzeit insgesamt neun - Bürgermeisterinnen.

Gegenüber der Wahl 2007 zulegen und "eine Acht vorne haben" bei den Bürgermeistern, beschrieb Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl (V) beim Auftakt zur Präsentation der VP-Kandidaten seine Erwartungen zum Abschneiden der Volkspartei. Auch die ÖVP will mehr Frauen in die Gemeindestuben bringen. Derzeit sind von 1.376 VP-Mandataren 228 Frauen, was einem Anteil von 17 Prozent entspricht. 15 Prozent der VP-Mandatare sind Jugendgemeinderäte.

Die Freiheitlichen haben sich vorgenommen, ihre derzeit 53 Sitze in den Gemeindestuben zu verdoppeln: "100 Mandate sind das Ziel", so Parteiobmann Johann Tschürtz zur APA. Die Blauen wollen in 75 bis 80 Gemeinden antreten und mehr als 600 Kandidaten ins Rennen schicken. Man hoffe auch auf den Einzug in zumindest eine Bürgermeister-Stichwahl - womöglich in Loipersbach, der Heimatgemeinde des FPÖ-Obmannes.

Die Liste Burgenland (LBL) trat bei der Kommunalwahl 2007 noch als Freie Bürgerliste (FBL) an und erreichte damals 30 Mandate. In Deutschkreutz und Bad Sauerbrunn stellt sie seither den Bürgermeister. Chancen auf den Einzug in die Stichwahl oder sogar den Bürgermeistersessel rechnet man sich laut LBL-Präsident Manfred Kölly auch in Großhöflein aus, wo Wolfgang Rauter im Gemeindevorstand vertreten ist.

Die Grünen sind derzeit mit 20 Mandataren, davon neun Frauen, in 14 Gemeinden vertreten. Zum Ziel gesetzt hat man sich, stärker zu werden - etwa in Eisenstadt, Mattersburg und Neusiedl am See. Antreten will man auch in einigen zusätzlichen Orten.

Ob das BZÖ am 7. Oktober im Burgenland als Partei antreten wird, stehe noch nicht fest, so der geschäftsführende Landesobmann Dieter Herist. Mitglieder und Sympathisanten würden überwiegend auf Bürger-oder Namenslisten kandidieren.

Die Piratenpartei befindet sich im Burgenland noch in der Gründungsphase. Am 22. Oktober findet in Oberwart die erste Landesgeneralversammlung statt.

Bis Freitag nächster Woche haben die antretenden Gruppierungen noch Gelegenheit, sich über die Kandidatenaufstellung den Kopf zu zerbrechen. Rund eine Viertelmillion Bürger sind stimmberechtigt, die genaue Zahl soll voraussichtlich am 5. September feststehen.

In acht Gemeinden waren bei der Bürgermeisterwahl 2007 Stichwahlen notwendig. In sechs Orten entschied damals die ÖVP die Wahl für sich, die SPÖ gewann in einer Gemeinde, in Parndorf setzte sich eine Liste durch. Sollte auch diesmal eine engere Wahl erforderlich sein, findet sie am 4. November statt.