Erstellt am 29. April 2013, 14:30

Burgenland: 296 Fördermillionen seit 2007. Die Wirtschaftsleistung des Burgenlandes ist seit dem EU-Beitritt Österreichs 1995 um knapp 20 Prozentpunkte von 64 Prozent auf über 83 Prozent des durchschnittlichen EU-BIP gestiegen.

Das erklärte IV-Chefökonom Christian Helmenstein am Montag bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt. Die zu einem Großteil mit EU-Mitteln geförderten Projekte hätten diesen Aufholprozess unterstützt und vorangetrieben, so Helmenstein. Im seit 2007 laufenden Phasing Out und im zwischen dem Bund und dem Burgenland vereinbarten Additionalitätsprogramm wurden bis 2012 insgesamt 296 Mio. Euro Fördermittel bereitgestellt. Im selben Zeitraum seien bisher 5.573 Projekte genehmigt worden, zog Landeshauptmann Hans Niessl (S) eine Zwischenbilanz zum Umsetzungsstand.

Aus dem EU-Fördertopf kamen 134 Mio., etwa 78 Mio. kamen vom Bund, das Burgenland brachte 85 Mio. Euro auf. "Die Gesamtinvestitionen dieser Projekte betragen nahezu 770 Mio. Euro", so Niessl. Die Förderungen seit dem EU-Beitritt hätten bisher mehr als vier Mrd. Euro Gesamtinvestitionen im Burgenland bewirkt.

Dass das Burgenland für die kommende EU-Finanzperiode ab 2014 als Übergangsregion anerkannt werde, sei sehr wichtig, weil man dadurch einen besseren Förderstatus habe als die anderen Bundesländer, erklärte Niessl. Bezüglich des Additionalitätsprogramms werde es im Juni mit dem Bund weitere Gespräche geben.

In Österreich erwarte man heuer 0,5 bis ein Prozent reales Wirtschaftswachstum, während die Eurozone weiter in der Rezession verharren werde, erläuterte Helmenstein. Das Burgenland liege "noch einen Tick besser": Für heuer rechne man Prognosen von IHS und Wifo folgend, mit einem Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent, rund einen Viertelprozentpunkt über dem gesamtösterreichischen Wert - womöglich liege das Burgenland sogar noch etwas besser. "Wir gehen davon aus, dass wir im nächsten Jahr doch eine deutliche Beschleunigung des Wirtschaftswachstums erwarten können", meinte Helmenstein.

Die EU-Fördermittel hätten im Burgenland in den vergangenen zwei Jahrzehnten "erhebliche Strukturveränderungen ausgelöst" und den Aufholprozess des Burgenlandes wesentlich unterstützt. Nachdem in den vergangenen beiden Förderperioden die physische Infrastruktur - etwa Verkehrswege, Technologiezentren sowie Ausbildungseinrichtungen - etabliert worden sei, sollten nun wesentliche Akzente auf das Humankapital und dessen weiteren Ausbau gelegt werden, empfahl der Wirtschaftsforscher.

Mit Stand vom 29. April habe man beim Phasing Out Programm im Europäischen Fonds für die regionale Entwicklung (EFRE) einen Umsetzungsstand von 85 Prozent erreicht, erläuterte Georg Schachinger, der Leiter des Regionalmanagement Burgenland (RMB). Im Bereich des Europäischen Sozialfonds (ESF) halte man bei 92 Prozent. Nachdem noch gut zwei Jahre zur Umsetzung zur Verfügung stünden, gehe man davon aus, dass die Programme nahe der 100 Prozent-Marke umgesetzt werden können.

Für die kommende Förderperiode ab 2014 laute die Vorgabe, die Mittel auf elf von der EU vorgegebene Ziele zu konzentrieren. Im Burgenland will man sich beim EFRE künftig auf den Bereich F&E sowie die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Klein- und Mittelbetrieben konzentrieren, so Schachinger. Dazu komme weiters die Vorgabe, 20 Prozent der Mittel für CO2-reduzierende Maßnahmen vorzusehen. Beim ESF lägen die Prioritäten auf den Themen Beschäftigung und Mobilität, soziale Eingliederung und Armutsbekämpfung sowie Bildung und einer effizienten Verwaltung.