Erstellt am 19. November 2014, 05:47

von Bettina Eder

Aufstand beim Heer. Personalvertretung schlägt ob der Pläne des Generalstabes Alarm: 100 Arbeitsplätze würden im Burgenland verloren gehen. Kaserne Eisenstadt damit gefährdet?

 |  NOEN, Werner Müllner
„Kein privater Investor würde sich ein neues Hotel bauen und dann nur die Hälfte nutzen“, so Martin Jaidl, Vorsitzender des Fachausschusses, also der Personalvertretung des burgenländischen Militärs, in einem offenen Brief an Verteidigungsminister Gerald Klug.

Personalvertretung betrachtete Papier aus Landessicht

Doch kommt die Bundesheerreform wie vom Generalstab vorgeschlagen, könnte genau das in der Kaserne Güssing passieren. Geplant wurde mit 385 Beschäftigten, nach der Reform sind es laut Jaidl nur mehr 220.



Die Personalvertretung hat das Papier aus burgenländischer Sicht unter die Lupe genommen und schlägt jetzt Alarm: Über 100 Arbeitsplätze würden im Land verloren gehen. Und das, obwohl ausreichend Infrastruktur vorhanden sei.

6500 Quadratmeter Fläche stünden etwa in der Kaserne Eisenstadt, die erst kürzlich um fünf Millionen renoviert wurde, zur Verfügung, benötigt würden nach der Strukturreform davon nur mehr 3500, rechnet Jaidl vor.

„Mittelfristig würde noch eine Kaserne zugesperrt“

Wohin die Reise damit ginge, sei klar: „Wenn man’s betriebswirtschaftlich runterrechnet, wird mittelfristig noch eine Kaserne im Land zugesperrt.“ Und das, nachdem die Kasernen Oberwart, Pinkafeld, Oggau und Neusiedl „ohne Jammern von uns“ zugesperrt wurden.

„Wir haben das alles mitgemacht, weil wir damals von der Politik eine Personalstandsgarantie von 950 bis 1000 erhalten haben. Jetzt sind wir bei 850, nach der Reform sind es 750“, so Jaidl. Damit sei die Einsatzfähigkeit im Katastrophenfall mehr als gefährdet.

Treffen würde die Schließung laut Jaidl Eisenstadt: „In Güssing sind wir an langfristige Verträge gebunden und der Truppenübungsplatz Bruckneudorf hat ganz andere Aufgaben. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Politik will, dass das Kommando am TÜPL sitzt.“

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