Erstellt am 10. Oktober 2012, 00:00

BURGENLAND-ERGEBNIS. große Emotionen in den Parteizentralen.

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Von Wolfgang Millendorfer und Bettina Eder

Mit leichten Verlusten für die Großparteien und Zugewinnen für FPÖ, Grüne und Bürgerlisten gingen am Sonntagabend die Gemeinderatswahlen zu Ende.

Bei SPÖ und ÖVP drehte sich in den Parteizentralen zunächst alles um zwei wichtige Bezirksvororte: Das „schwarze“ Güssing wurde von SPÖ-Kandidat Vinzenz Knor rot eingefärbt und im „roten“ Oberwart schaffte es die ÖVP in die Stichwahl.

Im Büro von Landeshauptmann Hans Niessl freute sich die SPÖ auch über die neu errungenen Bürgermeistersessel in Stadtschlaining und Heiligenkreuz.

Entspannte Stimmung und Freudensprünge 

Dementsprechend entspannt war die Stimmung bei den Granden der SPÖ: Landtagspräsident Gerhard Steier und der amtierende Landesschulratspräsident Gerhard Resch sorgten persönlich für Nachschub an neuen Ergebnissen. Der Landeschef verschwand mit seinen beiden Mobiltelefonen immer wieder im Nebenzimmer, um

seine Bürgermeister zu kontaktieren: „Den Leo Steinwandtner in Jois muss ich gleich anrufen, damit ich ihn nicht beim großen Feiern störe.“

„Gott sei Dank, Königsdorf, das kann ich abhaken“, ließ indes ein aus tiefstem Herzen erleichterter Landesvize Franz Steindl verlauten, als die ersten Ergebnisse im ÖVP-Büro eintrudelten. Den düsteren Nachrichten aus Güssing folgten einige schwarze Lichtblicke. Und ein Hakerl folgte dem anderen auf Steindls Liste von Hoffnungs- und Risikogemeinden: Don-         nerskirchen, Pamhagen und Mischendorf waren       

in Schwarz getunkt. Nicht nur innerliche, sondern tatsächliche Freudensprünge machte da Agrarlandesrat Andreas Liegenfeld, als das Endergebnis seiner Heimatgemeinde bekannt wurde: „Donnerskirchen haben wir – wen interessiert denn noch ein anderes Ergebnis?“

Auf selbiges musste man in Eisenstadt lange warten. Nach 21 Uhr stand aber fest: Thomas Steiner (ÖVP) bleibt Bürgermeister und hält die absolute Mehrheit, SPÖ und Grüne gewinnen je ein Mandat dazu. Auch bei den Freiheitlichen lagen Freud und Leid nah beisammen: Während FPÖ-Chef Hans Tschürtz über seine Gemeinderats-Neueinsteiger jubelte, trauerten einige Funktionäre verpassten Chancen hinterher.

Beinahe ausgelassen war der Abend der Grünen, die mit Sprecherin Regina Petrik und Abgeordnetem Michel Reimon in der Eisenstädter Zentrale die Zugewinne feierten. Die Anhänger der Liste Burgenland stießen zur selben Zeit in Deutschkreutz und Großhöflein auf ihre „Hauptdarsteller“ Manfred Kölly und Wolfgang Rauter an.

BURGENLAND-ERGEBNIS

Analyse im FPÖ-Büro: Landeschef Hans Tschürtz (l.) und Klubdirektor Géza Molnár hätten sich in manchen Gemeinden mehr Stimmen erwartet.Millendorfer

Jubel in Deutschkreutz: Vize Robert Strobl (l.) und Manfred Dank ließen ihren LBL-Ortschef Manfred Kölly am Wahlsonntag hochleben.Kim Roznyak