Rudersdorf , Wulkaprodersdorf , Neusiedl am See , Bruck an der Leitha

Erstellt am 09. November 2016, 14:27

von APA Red

Burgenland erhält Milliarde für Infrastruktur bis 2022. Rund eine Milliarde Euro will das Infrastrukturministerium bis 2022 in das Burgenland investieren. Damit sollen Straßen- und Schienennetze ausgebaut werden. Ein Teil des Geldes soll aber auch für Breitband-Anbindung sowie für Forschungsprojekte verwendet werden, gab Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) am Mittwoch in Eisenstadt bekannt.

Über 700 Mio. Euro sollen in Burgenlands Straßen investiert werden. Symbolbild  |  NOEN, Pekovics

Vom Investitionspaket werden rund 730 Millionen Euro in Straßenprojekte fließen. Der mit 560 Millionen Euro größten Anteil darunter entfällt auf den Bau der S7 Fürstenfelder Schnellstraße. Die 29 Kilometer lange S7 soll die Oststeiermark sowie das südliche Burgenland mit der Südautobahn A2 und Ungarn verbinden. Das Projekt kostet insgesamt 630 Millionen Euro.

Sicherheitsausbau der S 31 und Sanierung auf A4

Alexander Walcher, Geschäftsführer der Asfinag Bau Management GmbH, erklärte, die Ausschreibung für den Abschnitt vom Knoten Riegersdorf bei Ilz bis Rudersdorf im Burgenland werde noch heuer starten. Der Bau des Tunnels Rudersdorf werde im Februar ausgeschrieben, Baubeginn soll Ende 2017 sein. Dass noch ein Entscheid des Verwaltungsgerichtshofes zum Wasserrecht aussteht, ist für Walcher kein Hinderungsgrund für den Baubeginn.

Weitere Straßenprojekte sind der Sicherheitsausbau der S 31 Burgenland Schnellstraße zwischen Mattersburg und Weppersdorf (Bezirk Oberpullendorf) um 105 Millionen Euro sowie die Sanierung und Fahrstreifenerweiterung am Abschnitt Bruck/Leitha West und Gewerbepark Neusiedl auf der A4 Ostautobahn um 90 Millionen Euro.

Im Bahnbereich wird vor allem in das Bestandsnetz investiert. Die Privatbahnen Raaberbahn und Neusiedler Seebahn erhalten rund 56 Millionen Euro. 20 Millionen sollen von 2017 bis 2022 in die Errichtung der Schleife Eisenstadt fließen. Dadurch soll eine Verbindung Eisenstadt-Wien in 45 Minuten ermöglicht werden.

"Wenn es nach mir geht, wird die Schleife umgesetzt"

Zum Widerstand der durch die Schleife betroffenen Gemeinde Wulkaprodersdorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) erklärte Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), man müsse sich entscheiden ob man die schnelle Anbindung wolle oder nicht. Man könne nicht für die Verbindung und gegen die Schleife sein, so Niessl. "Wenn es nach mir geht, wird die Schleife umgesetzt."

Zur großen Differenz zwischen Straßen- und Bahninvestitionen erklärte Leichtfried, es gebe bei der Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs nur selten den großen Wurf. Das Erfolgsrezept liege in den kleinen Schritten. Da man weiters plane mehr E-Autos auf die Straße zu bringen, sei der Straßenausbau durchaus klimaverträglich.

In den Breitbandausbau sollen 44 Millionen Euro fließen. Bis 2019 wolle man den Vollausbau im Burgenland abgeschlossen haben, erklärte Niessl. Weitere 35 Millionen Euro gehen bis 2022 in Forschungsprojekte. Man wolle dadurch die Forschungsquote von derzeit 0,9 Prozent auf "deutlich über einem Prozent" steigern, so Niessl.