Erstellt am 04. November 2016, 13:19

von APA Red

Kritik von Tier- und Naturschutzorganisationen. Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) hat am Freitag bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt erneut den Entwurf zum Burgenländischen Jagdgesetz kritisiert. Die Tierschützer treten für ein Verbot der Gatterjagd sowie der Jagd auf gezüchtete und ausgesetzte Fasane und Rebhühner ein. Der WWF stellte in einer Aussendung fest, NGOs seien bei der Erstellung des Jagdgesetzes ausgeschlossen worden.

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In Gattendorf seien beispielsweise heuer Tausend Fasane und Rebhühner ausgesetzt worden, brachte VGT-Obmann Martin Balluch ein Beispiel. Die Jäger würden dann auf die aufsteigenden Tiere "ballern": "Das ist einfach ein Tontaubenschießen", stellte Balluch fest. Der VGT fordere, das Aussetzen von jeglichem Wild zu verbieten. Als Kompromiss vorstellbar sei zumindest ein Verbot des Aussetzens von Enten und der Jagd auf Fasane und Rebhühner in der laufenden Saison, in der die Tiere ausgesetzt wurden.

Was den Tierschützern auch noch sauer aufstoße, sei, dass der Abschuss von Hunden außerhalb der Rufreichweite ihres Besitzers und jener von Katzen in mehr als 200 Metern von Häusern entfernt für die Jagdschutzorgane verpflichtend, schilderte Balluch. Untersuchungen zufolge sei es "sehr traumatisch" für Kinder, wenn ihr Haustier überraschend stirbt.

Tierschutz habe in Österreich einen sehr hohen Stellenwert und sei auch in den Verfassungsrang gehoben. "Staatsziel ist es, die Tiere zu schützen", erläuterte der Zoologe Hans Frey. Auch Jagdgesetze müssten sich dieser übergeordneten Rechtsnorm unterwerfen.

Frey wies auch auf die Probleme hin, welche die Freilassung von in großen Zahlen gehaltenen Tieren wie Fasanen bringe: Auch ohne Jagd gingen 70 bis 90 Prozent in der Natur verloren. Viele würden sterben, "weil sie in der Natur nicht angepasst sind". Tiere aus Fasanerien seien oft von Parasiten befallen. Bei einer Aussetzung würden dann heimische Arten beeinträchtigt.

Der EU-Abgeordnete Stefan Eck kündigte an, die Gatterjagd sowie die Jagd auf eigens zu diesem Zweck gezüchtete Tiere in Österreich im Europäischen Parlament zu thematisieren. Im Rahmen der Möglichkeiten werde man versuchen, "diese unethische, diese unökologische und nicht weidgerechte Jagd möglichst über Direktiven der EU einzuschränken oder zu verbieten".

An Landesrätin Verena Dunst (SPÖ) appelliere er, "ihre Reform nochmals zu hinterfragen und zu überarbeiten". Dunst solle "ein anderes Jagdgesetz vorlegen, das zu einem modernen Europa und zu einer modernen Gesellschaft passt", sagte Eck.

BirdLife Österreich, der WWF und der Naturschutzbund orteten einen "Gesprächsausschluss" für private Naturschutzorganisationen bei der Erstellung des Gesetzes. Landesrätin Dunst signalisiere damit, "dass sie naturschutzrelevante Anliegen links liegen lässt", stellte Michael Dvorak, der Burgenland-Beauftragte von BirdLife Österreich, in einer Aussendung fest.